Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

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Dehnen ist wichtig!

Wie in meinem Beitrag „Neue Trainingsmethoden“ beschrieben, konnte ich es kaum erwarten, dass es Frühling wird und wir endlich wieder im Stadion trainieren können.

Das Jahr 2012 war also geprägt von Kraftaufbau, Trainieren der Körperstabilität und Ausdauertraining. Die neu erlernten Trainingsmethoden machten sich ganz langsam bemerkbar. Durch ständiges und regelmäßiges Üben kam auch immer mehr die Sicherheit bei den Ausführungen der einzelnen Einheiten. Und die wiederum wirkten sich auf die Ergebnisse aus.

Bei einem Blog von Jörg Linder hatte ich folgenden Kommentar gelesen. „Körperlich gibt es keine Wunder, man braucht Geduld und muss sich Zeit geben, damit man in Tausenden winzigen Schritten langsam und stetig leistungsfähiger wird.“ Da ich diese Erfahrung selbst gemacht habe, kann ich dem nur 100%ig zustimmen.

In der Folge hatte sich tatsächlich irgendwann, heimlich still und leise, meine „Wampe“ von mir verabschiedet. Da wir zuhause schon immer ausgewogenes und gesundes Essen zu uns nahmen, hatte ich diesbezüglich auch keine Veranlassung, irgendwelche Umstellungen vor zu nehmen.

Das einzige war und das halte ich bis heute ein, dass ich regelmäßig (also täglich) Obst zu mir nehme. Das hatte ich in der Vergangenheit etwas vernachlässigt. Ferner habe ich mir angewöhnt, viel Wasser zu trinken (täglich mind. 1,5 bis 2 Liter) und Fruchtsäfte. Das mag für manchen noch zu wenig sein, aber für mich ist das schon ok. Alkohol hatte ich fast komplett gestrichen. Nur ab und zu ein Gläschen zu besonderen Anlässen. Aber es geht tatsächlich ohne!

Zu meinem wöchentlichen Trainingsprogramm kamen dann noch Einheiten im Fahrradfahren und dem Schwimmen hinzu. Die Erfahrungen bei der ersten Abnahme zum Sportabzeichen hatten mich gelehrt, auch hier etwas mehr zu tun.

RadtourAls erstes kaufte ich mir ein neues Fahrrad. Es war viel leichter als das alte und man konnte bei diesem Modell tatsächlich alle Gänge ausfahren, also insgesamt 24 Stück. Das machte sich bei der Beschleunigung unglaublich bemerkbar. Ich nutzte jede Gelegenheit, meistens sonntags, um aufs Rad zu steigen. Zunächst machte ich Touren von ca. 10 Kilometer und fand dann Strecken, die über eine Distanz von ca. 20 Kilometer gingen, aber es gab auch mal Touren von 40 und 60 Kilometer.

Die Erfolge blieben nicht aus. Hier ging es mir, wie mit dem Laufen. Die Zeiten wurden immer besser und der Spaß immer größer. Und das Wichtigste, meine Knieprobleme waren irgendwann weg. Auch beim Fahrradfahren kommt es auf die richtige Körperhaltung und die Einstellung von Sattel und Lenker an.

Dann ging ich öfter mit meiner Frau Schwimmen. Sie ist eine gute Schwimmerin und ich konnte lange Zeit nicht mit ihr mithalten. Früher (eigentlich auch heute noch) war Schwimmen nicht meine bevorzugte Disziplin. Aber durch das regelmäßige und vor allem ausdauernde Schwimmen, wurden auch hier meine Leistungen immer besser und das motivierte dann doch.

Schließlich stand die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens wieder auf meinem Programm. Das hatte ich mir für jedes Jahr zur Pflichtaufgabe gemacht. Jetzt sollte sich tatsächlich mein Trainingsfleiß bemerkbar machen.

Das Radfahren wurde ein voller Erfolg. Hatte ich im letzten Jahr noch riesige Knieprobleme und hatte die Zeitvorgabe gerade so geschafft, absolvierte ich jetzt die 20 Kilometer locker in 43 Minuten (also fast 10 Minuten schneller) und von Knieproblemen keine Spur. Auch die acht Kilometer hin und zurück von und nach Hause waren problemlos.

Auch für die 200 Meter Schwimmen hatte ich genügend Luft, wenn auch die Zeit nur unwesentlich besser war als im Vorjahr. Dafür stimmte die Kondition und ich war hinterher nicht so kaputt. Deshalb legte ich im Anschluss gleich noch einen 100 Meter Schwimmsprint dran, d2013-07-08 9657IMG_1485er anstelle des Kugelstoßens gewertet wurde. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, muss ich gestehen, dass ich nicht damit rechnete, die Zeitvorgabe zu erfüllen. Denn nach wie vor bin ich nur ein Brustschwimmer. Aber ich schaffte es und war umso glücklicher. Somit waren drei Disziplinen abgehakt.

Im Stadion musste ich nur noch den Standweitsprung machen und Laufen. Hier wählte ich in diesem Jahr die 100 Meter Distanz, weil sie ab 2013 für meine Altersklasse nicht mehr angeboten werden sollte. Mit 16,0 Sekunden war ich jetzt um über zwei Sekunden schneller, als bei der ersten Zeitabnahme im Sommer 2011. Hierbei trug ich aber auch erstmals meine Spikes. Der Standweitsprung war problemlos; ich schaffte locker 2,06 Meter, gefordert waren 1,80 Meter.

Das Jahr 2012 wurde abgerundet mit zwei Bergturnfesten, einmal in Gersfeld und zum anderen wie im letzten Jahr auf dem Hoherodskopf. In Gersfeld erwartete ich auch eine Naturanlage. Doch die war schon vor Jahren abgeschafft und der Wettkampf fand in einem Stadion statt. Der Begriff Bergturnfest ist hier eigentlich fehl am Platz. Deshalb heißt es auch jetzt Rhönturnfest.

Trotzdem machte es Spaß. Ein Wettstreit (Dreikampf) unter Gleichgesinnten. Erstmals lief ich die 50 Meter in 8,13 Sekunden (Bestzeit) und im Standweitsprung schaffte ich ebenfalls eine Bestmarke von 2,21 Metern. Einen Schwachpunkt gibt es fast immer. Den Vollball konnte ich gerade mal 14,50 Meter weit werfen. Trotzdem schaffte ich insgesamt mit der daraus resultierenden Punktzahl den ersten Platz in meiner Altersklasse, womit ich gar nicht gerechnet hatte. 2013-09-15 10528IMG_2402 - Kopie

Dann folgte noch der Hoherodskopf. Hier kannte ich ja schon die Anlage und auch die Teilnehmer waren mir größtenteils bekannt. Es kommen fast immer dieselben Leute. Auf Rasen waren die 8,47 Sekunden für den 50-m-Lauf für mich eine gute Zeit, den Standweitsprung toppte ich noch einmal um einen Zentimeter auf 2,22 Meter und beim Vollball kamen 15,20 Meter zustande. Damit war ich ganz zufrieden. Denn es reichte letztendlich zum zweiten Platz und ich bekam eine schöne Silbermedaille. Allerdings waren auch nur drei Athleten in meiner Altersklasse am Start.

Aber ich muss auch sagen, dass bei diesen Veranstaltungen der Spaß an erster Stelle steht. Trotzdem gibt jeder sein Bestes, um zu gewinnen. Man kennt sich inzwischen und freut sich aufeinander und nach dem Wettkampf setzt man sich noch zu einem Kaffee zusammen und wartet auf die Siegerehrung.

Es ging mir sehr gut, ich fühlte mich topfit und das Jahr 2012 hatte einen guten Abschluss gefunden. Neue Herausforderungen standen auf dem Programm. Die sollten dann im Februar des nächsten Jahres bei den Hessischen Senioren-Hallenmeisterschaften in Hanau stattfinden. Dafür muss man natürlich einem Sportverein beitreten. Also wurde ich Mitglied bei meinem Stammverein am Ort, dem TV-Roßdorf.

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