Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

August-Schärttner-Halle

August-Schärttner-Halle

Für 2013 hatte ich mir vorgenommen, endlich an großen Wettkämpfen teilzunehmen. Das hieß in meinem Fall, Kreis- und Hessische Meisterschaften.

Zunächst standen die Hessischen Senioren Hallenmeisterschaften Anfang Februar 2013 in Hanau auf dem Programm. Das Hallentraining war bis dahin gut verlaufen. Es gab keine Verletzungen und ich fühlte mich gut gerüstet.

Der Tag der Entscheidungen war gekommen. Die Spannung stieg und die Nervosität auch. Ich würde erstmals für einen Sportverein an den Start gehen und wollte mich natürlich nicht blamieren. Dass ich nicht werde gewinnen können, war mir schon klar. Mein Ziel und große Hoffnung waren, bei meinen Läufen über 60 und 200 Meter vielleicht nicht Letzter zu werden.

Hier möchte ich einfügen, dass das Vornehmen und der Gedanke, vielleicht nicht Letzter zu werden, falsch sind. Man gibt sich selbst das falsche Signal. Die richtige Einstellung wäre gewesen, ich will z.B. wenigstens Dritter werden. Es kommt nämlich darauf an, was man will und nicht, was man nicht will. Was man nicht will, das weiß jeder von uns. Aber die wenigsten wissen, was sie wirklich wollen oder können es nicht formulieren. Denn die mentale Stärke und Einstellung tragen wesentlich dazu bei, ob man seine Ziele erreicht.

Bei meinem ersten Wettkampf stellte ich mein Licht unter den Scheffel. Schließlich war ich ja Neuling und froh, überhaupt dabei sein zu können. Warum sollte ich gleich nach den Sternen greifen? Aber andersherum gedacht; warum eigentlich nicht? Was spricht dagegen? Ich wusste zwar, dass es schwer wird, aber vornehmen kann man es sich schließlich.

Natürlich musste ich erst einmal feststellen, auf welchem Niveau bin ich eigentlich gegenüber denen, die diese Wettkämpfe schon viele Jahre bestreiten.

Aber, zu dem Zeitpunkt dachte ich anders. Ich wollte nicht Letzter werden! Es ging los mit dem Lauf über 60 Meter. Es gab nur fünf Meldungen für diese Disziplin und so waren am Start außer mir noch vier weitere, mir zu dem Zeitpunkt noch völlig unbekannte Sportler.

Ein weiteres Handicap begleitete mich außerdem. Ich war nicht mehr in der Lage aus dem Startblock zu starten, also musste es ein Hochstart sein. Der Nachteil gegenüber den anderen ist der, dass die sich aus dem Block heraus katapultieren können und somit gegenüber den Hochstartern klar im Vorteil sind.

So war es auch hier. Außer mir startete ein weiterer Athlet mit Hochstart, die drei anderen aus dem Block. Bis ich richtig zum Laufen kam, sah ich nur noch die Hacken des neben mir gestarteten. Dann konzentrierte ich mich nur noch auf meinen Lauf und zog ihn durch. Mein Trainingspartner Hans bestätigte mir hinterher, dass ich schön gleichmäßig gelaufen sei – aber letztendlich doch zu langsam. 60-m-Lauf

Auf die drei ersten Plätze (alle drei Tiefstarter) hatte ich keine Chance. Aber Platz vier und somit nicht Letzter wäre möglich gewesen. Aber ich verpasste diesen Rang um nur 0,12 Sekunden. Meine Zeit stand bei 9,60 und die des Vierten bei 9,48 Sekunden. Er hatte mich auf den letzten Metern noch abgefangen. Doch alles Wenn und Aber oder Hätte nutzt nichts, es war so und fertig, also muss man die Sache als Erfahrung abhaken und versuchen, es das nächste Mal besser zu machen. Der Erste lief in tollen 8,40 Sekunden zum Sieg. Das sind schon Welten auf dieser Distanz.

Knapp zwei Stunden später waren die 200 Meter dran. Hier waren nur vier Läufer am Start, drei davon aus dem 60-Meter-Lauf. Jedoch hatte ich auch hier keine Chance. Aber mit diesem Lauf war ich am Ende sehr zufrieden. Denn ich lief die 200 Meter in persönlicher Bestzeit von 32,45 Sekunden. Den dritten Platz hätte ich gar nicht erreichen können, denn der Dritte lief eine ganze Sekunde schneller.

Wenn man unter diesen Umständen keine bessere Platzierung erreicht, darf man sich nicht grämen, sondern über das Erreichte glücklich sein. Und das war ich wirklich. Denn mit meiner Bestzeit hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet.

Eine Woche später fanden an gleicher Stelle dann die Kreismeisterschaften statt. Darüber schreibe ich in meinem nächsten Bericht.

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