Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

Bewegung mit dem Rad

Bewegung mit dem Rad

Das Training im Freien hat begonnen. Endlich wieder an der frischen Luft laufen. Das tut richtig gut! Die Lungen füllen mit viel Sauerstoff, einfach genial. Und die eingerosteten Gelenke wieder auf Vordermann bringen. Ich spüre endlich wieder meine Muskeln, phantastisch! Warum, werden sich vielleicht viele fragen?

Der hat uns auf seinem Blog doch geschrieben, dass er das ganze Jahr über trainiert, im Sommer draußen und im Winter in der Halle. Richtig – aber, ein Magen-Darm-Virus hatte mich ziemlich außer Gefecht gesetzt. Er hatte mir dermaßen zugesetzt und mich geschwächt, sodass wochenlang an Laufen überhaupt nicht zu denken war. Doch begonnen hatte das Ganze mit Hüftproblemen.

Immer wenn ich mich ein bisschen anstrengte, wurde ich dafür bestraft. Das ging so weit, dass meine Motivation völlig in den Keller ging. Wieder einmal musste ich auf die Hessischen Hallenseniorenmeisterschaften im Februar d.J. verzichten, auf die ich mich so gefreut hatte. Ich dachte schon, wie soll das überhaupt weiter gehen? Ich war teilweise richtig am Boden zerstört. Wenigstens die Kreismeisterschaften zwei Wochen später waren möglich, aber immer noch nicht mit vollem Einsatz. Trotzdem reichte es zum ersten Platz in meiner Altersklasse. Ein kleiner Trost! Aber danach ging es mir wieder nicht mehr so gut.

Jetzt werden viele wieder sagen: „Sport ist Mord“. Aber dieser Spruch ist natürlich Blödsinn und nur ein Alibi für Menschen, die sich nicht bewegen wollen. Denn bei genauer Betrachtung lernt man mit Sport und auch den Folgen durch eventuelle Verletzungen seinen Körper erst richtig kennen. Ich hätte niemals gedacht, welche Zusammenhänge im Körper eine Rolle spielen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle wenigstens in Kürze berichten, welche Probleme wie zusammen spielten. Denn ich glaube, dass das für einige von euch interessant sein könnte.

Bei jeder Krankheit ist es doch eigentlich wichtig die Ursachen zu finden. Doch nennen Sie mir einen Arzt, der nach Ursachen einer Krankheit sucht? Meine Erfahrung ist die, dass von fast allen Ärzten nur die Symptome behandelt werden.

In meinem aktuellen Fall war es folgendermaßen.

  1. Hüftprobleme! Termin beim Orthopäden. Wann? Frühestens in sechs bis acht Wochen, na super! Und was mache ich bis dahin?
  2. Magenprobleme! Da schon einige Untersuchungen vorgenommen wurden und auch die Arznei nicht viel geholfen hatte, bekam ich doch tatsächlich kurzfristig einen Termin im Krankenhaus für eine stationäre Behandlung.

Innerhalb einer Woche wurden eine Magen- und eine Darmspiegelung vorgenommen und noch ein MRT durchgeführt. Wer schon einmal eine Darmspiegelung hatte, weiß wovon ich rede; das Zeug zur Vorbereitung schmeckt einfach nur scheußlich! Nach dem MRT war mir durch das Kontrastmittel noch Tagelang schlecht.

Diagnose: Reizdarm und Bakterien. Was tun? Arznei (Antibiotika) nehmen. Habe ich natürlich gemacht. Die Besserung ist inzwischen eingetreten. Ob davon weiß ich nicht.

Nun kommt aber etwas Entscheidendes hinzu. Mein Freund Thomas sagte mir, ich soll doch mal zu einem Osteopathen gehen. Er kennt einen, der selbst Sportler war oder noch ist und er glaubt, dass er mir wirklich helfen kann. Gesagt, getan, ich konnte kurzfristig einen Termin von ihm übernehmen. Hier muss ich aber noch sagen, dass ich zwischenzeitlich auch bei einem Orthopäden war, der per Röntgenaufnahme eine Beckenschiefstellung bei mir feststellte und mir deshalb Einlagen für die Schuhe verordnete mit 5mm höher auf der kürzeren Seite.

Der Besuch beim Osteopathen verlief so, dass er auf einen Blick diese unterschiedliche Beinlänge feststellte. Von den Einlagen hielt er nicht viel, denn mein Körper sei von Geburt an die unterschiedliche Beinlänge gewöhnt. Wenn sie mir aber ein gutes Gefühl gäben und nicht behinderten, könne ich sie ruhig tragen.

Ferner sagte er mir, dass ich einen entzündeten Bauch hätte. Wie hatte er das nur fest gestellt, ohne nähere Untersuchung? Er hatte den Bauch abgetastet! Dann gab er mir alles Nötige für eine Stuhlprobe mit, deren Auswertung noch aussteht. Meinen zweiten Termin habe ich auch noch vor mir. Er gab mir zuversichtlich zu verstehen, dass ich mit einer weiteren Behandlung bei ihm wieder hergestellt sei.

Außerdem will er mir dann einen Plan mitgeben, welche Speisen ich zu mir nehmen darf und welche ich meiden soll. Zunächst soll ich schon einmal auf Obst gleich welcher Art verzichten, vor allem am Abend. Das fällt mir zwar jetzt schwer, aber wenn es hilft, ok. Einleuchtend scheint es, denn Obst hat viel Säure. Das hört sich alles jetzt ziemlich einfach an. Warten wir´s mal ab!

Eines möchte ich auch noch sagen. Im Internet habe ich über Osteopathie folgendes gelesen:

Der Osteopath schaut hinter die Kulissen und geht das ursächliche Problem an. Es kommt z.B. vor, dass Patienten mit chronischen Verdauungsproblemen beim Internisten keine Hilfe finden, da die Beschwerden auf Grund eines Beckenschiefstandes entstanden sind.

Na hallo, da hatten wir doch mein Problem! Und weiter wurde ausgeführt:

Wie kann ein Beckenschiefstand zu Verdauungsproblemen führen? – Genau diese Frage stellte ich mir natürlich auch. Die Antwort folgte natürlich sofort.

Der Dickdarm selbst ist sowohl am Becken als auch am Brustkorb wie eine Wäscheleine aufgehängt. Durch den Schiefstand des Beckens verschieben sich diese Aufhängepunkte, was dazu führt, dass der Darm an der einen Seite durchhängt und auf der anderen Seite unter einer gehörigen Spannung ist. Und so entstehen z.B. Stauungsphänomene, die zu Verstopfung oder Blähungsgefühlen im Oberbauch führen.

Nun habe ich doch ein bisschen mehr über diese spezielle Krankheit geschrieben. Aber vielleicht ist es für einige von euch doch interessant gewesen. Denn ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere auch solche oder ähnliche Probleme hat oder hatte und nun die Sache mit anderen Augen sieht. Nur eurem Arzt könnt ihr das leider nicht erklären!

An dieser Stelle darf ich mit seiner Genehmigung einen Link einfügen, der alle Interessierten direkt zu dem Osteopathen führt, der mich derzeit behandelt.

http://www.jameda.de/darmstadt/gemeinschaftspraxen/osteopathie-zentrum-rhein-main-dres-thomas-kia-und-joerg-h-hagemann/uebersicht/71360071000_2/

 

Doch nun zurück zu meinem wieder begonnenen Training im Stadion. Am Montag letzter Woche (09.03.) waren wir zum ersten Mal nach der Hallensaison wieder im Stadion. Es war schon richtig warm und das Laufen machte wieder Spaß. Trotzdem ließ ich es vorsichtig angehen. Denn nach wochenlanger Pause oder nur lockerem Training in der Halle und zuhause seit zwei Wochen wieder regelmäßig Functional Training, ohne große Anstrengungen, wollte ich erst einmal austesten, wie viel ich mir zumuten kann. Den Grund hierfür habe ich ja ausführlich beschrieben.

Zunächst mal vier Runden um den Platz Einlaufen. Dann einige Übungen aus der Laufkoordination und schließlich einen lockeren 200-Meter-Lauf. Ich fühlte mich gut.

Zwei Tage später zwar wieder bei Sonne, aber kaltem Wind, fünf Runden Einlaufen und nach der Laufkoordination Intervallläufe. D.h., 15 Sekunden Laufen, 15 Sekunden Gehen und das gleiche mit 30, 45, 60, 75 und 90 Sekunden und anschließend wieder in der umgekehrten Reihenfolge zurück bis 15 Sekunden. Alles prächtig überstanden!

Gestern, am 16.03. wieder ein schöner sonniger Tag. Wieder fünf Runden um den Platz, ausgiebige Laufkoordination und anschließend drei Bergläufe. Ca. 90 Meter in jeweils 22, 21 und 20 Sekunden; ein ganz zufriedenstellendes Ergebnis. Darauf kann man aufbauen.

Endlich geht es wieder aufwärts! Ich hoffe, es bleibt so. Der Drang nach Bewegung war mir etwas abhanden gekommen. Doch jetzt ist die Motivation wieder da. An dieser Stelle ein Dankeschön an all diejenigen, die mir in dieser, meiner schwierigen Zeit Mut gemacht haben, bloß nicht aufzugeben.

Kommentare zu: "19. Hurra! – Endlich geht´s wieder los! Und – hilft Osteopathie?" (2)

  1. … bloß nicht aufgeben!

    Ja Robert, das ist das Geheimnis. Rückschläge wird es immer wieder einmal geben, aber die sollen dich nicht am Laufen, dem Sport im Allgemeinen daran hindern. Der innere Schweinehund ist da gleich zur Stelle und redet dir die Couch als den idealen Platz ein.

    Du hast auch unser aller Problem mit der Medizin recht genau angesprochen, welcher Arzt kümmert sich schon um die Ursachen? Ich sage „sehr sehr wenige“!!!!!!!
    Ich habe zum Glück für mich die Richtigen gefunden, nicht einfach aber extrem wirksam. Auch meinen größten Rückschlag im 13ner Jahr habe ich dank der „richtigen Ärzte“ (sind extrem schwer zu finden) und einer konsequenten Lebensweise (Ernährung+NEM) gut überstanden und blühe wieder auf. Hätte ich mein Leben nicht so angelegt, dann, ja dann weiß ich nicht ob ich noch … Lassen wir das!

    Lass dich nicht unterkriegen, nach jedem Tief kommt ein Hoch! 🙂

    Der Tiroler
    Christian

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  2. Hi Christian, danke für deine aufmunternden Worte. Es ist tatsächlich so, dass man auch manchmal den Zuspruch von außen braucht, um sich selbst wieder zu motivieren. Aber ich glaube, ich bin wieder in der Spur! 🙂 Mein nächstes Ziel sind jetzt die Hessischen Seniorenmeisterschaften im Juni. Da will ich Bestzeiten laufen!
    Alles gute und viel Spaß bei all deinen Aktivitäten.
    Robert

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