Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

Spaziergang

Spaziergang

Ein Spaziergang ist gut für die Regeneration der Muskeln, vor allem nach einem anstrengenden Trainingstag. Aber auch um den Kopf frei zu bekommen.

Nach dem Mittagessen fragte ich meine Frau, ob sie Lust auf einen Spaziergang hätte. Noch war es schön, der Regen war erst für später angekündigt. Sie meinte, ein kleiner wäre in Ordnung; dann wollte sie zuhause noch einiges erledigen. Dieser kleine war dann aber schnell zu Ende und so beschloss ich, noch eine größere Runde zu gehen.

Gehe ich alleine, wird daraus meistens kein Spaziergang mehr. Ein flottes Gehen ist gut für die Regeneration der beanspruchten Muskulatur vom Training. Aber auch zu zweit gehen wir ziemlich zügig. Schließlich wollen wir uns bewegen.

Ein Spaziergang hat viele Vorteile. Bei uns ist es so, dass wir uns dabei viel mehr unterhalten als zuhause. Natürlich spricht man da auch miteinander, trotzdem geht jeder irgendwelchen anderen Beschäftigungen nach. Gehen wir zu zweit, genießen und nutzen wir diese Zeit viel intensiver für Gespräche. Man bekommt den Kopf frei und löst manchmal sogar Probleme.

Bei Spaziergängen zu zweit oder auch mehreren Personen oder im Training kommt man nicht dazu, seinen eigenen Gedanken nach zu gehen. Ganz anders beim Gehen alleine. Dann schweifen die Gedanken und man beschäftigt sich mit vielen Dingen im Leben. Geht es euch auch so?

Ich denke z.B. darüber nach, wieso sich die inzwischen erwachsenen Kinder so und nicht anders verhalten. Wir waren doch eigentlich ganz anders! Oder etwa nicht? Warum meldet sich dieser oder jener nicht mehr? Habe ich etwas falsch gemacht? Haben wir andere Wertvorstellungen? Sind wir zu empfindlich? Warum glaubt jeder, er könne alles sagen und ist beleidigt, wenn er etwas zu hören bekommt, was ihm nicht gefällt? Oder muss ich gelassener werden? Fehlt mir ein Maß an Gleichgültigkeit? Oder muss ich mehr Schwein sein? Ja, das sind Dinge, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich alleine spazieren gehe. Und manchmal brauche ich das einfach, um mit mir ins Reine zu kommen.

Übrigens, während ich das hier schreibe, hat es angefangen zu regnen! Immer wieder freuen wir uns, wenn wir vorher die Gelegenheit genutzt haben, schnell noch einen Spaziergang zu machen. Und ich spüre wie sich die von gestern beanspruchten Muskeln gelockert haben. Was war gestern so besonders?

Gestern haben wir im Stadion trainiert, freiwillig! Das ist ja im Prinzip nichts Ungewöhnliches. Aber es war nach dem Regen kühl und es wehte ein starker kalter Wind. Trotzdem wollten wir nicht in die Halle, sondern uns ein bisschen an der Luft bewegen. Nun kommt mir wieder zu Bewusstsein, wie wichtig Ziele sind.

Wir hatten uns beim letzten Mal schon vorgenommen, heute ein paar Bergläufe zu machen. Aber schon auf dem Weg zum Stadion verlor ich die Lust, überhaupt etwas zu machen. Der Wind blies uns beim Warmlaufen ins Gesicht und ein paar Koordinationsläufe machte ich nur halbherzig. Wie sollte ich dann Bergläufe machen? Doch Hans meinte, der Bereich am Stadion liege doch einigermaßen geschützt. Wir sollten es wenigstens versuchen.

Gut, dass man Ziele hat – und sich dann auch daran hält. Hans sei dieses Mal Dank! Und, man muss sich mit jemandem verabreden. Alleine wäre ich gestern nicht trainieren gegangen. Meine zunächst fehlende Motivation steigerte sich dann aber schon nach dem ersten Lauf. Ich spürte plötzlich die Kraft, die mich anschob. Der zweite Lauf ging noch leichter und war somit auch etwas schneller. Den dritten wollten wir locker gestalten, trotzdem war er unwesentlich langsamer als der zweite aber sogar schneller als der erste.

Danach ging es uns richtig gut und sogar die Sonne kam zwischenzeitlich mal durch. Die Temperatur und speziell meine Laune waren wieder gestiegen, wie immer, wenn ich mich ausgepowert und keine Schmerzen hatte. Natürlich merkte ich heute meine beanspruchten Muskeln und nicht nur deshalb hatte ich vorgeschlagen, einen Spaziergang zu machen, der mich wie immer sehr entspannt hat.

Kommentare zu: "21. Ein Spaziergang" (6)

  1. Und sehr zufrieden seht ihr aus.
    Ich denke oft nach, wenn ich ein Stück laufe und es sind ganz ähnliche Dinge, die mir durch den Kopf gehen…
    Einen schönen Sonntag wünsche ich und grüße lieb.

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  2. Herzlichen Dank und liebe Grüße nach Sachsen!

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  3. Ich musste jetzt erst einmal grinsen über deinen „Seniorblog“. Du bist gerade mal 10 Jahre älter. Vielleicht muss ich mich langsam mit dem Senior auch einmal beschäftigen. 😉
    Meine beiden Großen sind auch schon aus dem Haus, aber ich habe noch mal nachgelegt.
    Unsere „Kleine“ ist jetzt gerade mal 13.
    Ich gehe weniger Spazieren, aber sehr gerne auf lange Wanderungen. Da habe ich dann auch Zeit über alles nachzudenken und zu philosophieren. Dies kann ich aber auch bei meinen Ultraläufen sehr gut. Hauptsache langsam, lang und alleine!
    Man liest sich.

    Gruß Gerd

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    • Hallo Gerd, wollte dir noch sagen, dass im Sport das Seniorenalter schon ab 30 beginnt. Du gehörst also längst auch zu den Senioren! Wir Ü60 gehören schon zu den Dinos. 🙂

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  4. Hallo Robert!
    Aktive Erholung ist das A und O, nebst der Ernährung natürlich, für die Regeneration. Zudem tut es gut die Gedanken einfach fliessen lassen! Auch mir gehen solche Sachen durch den Kopf. Soll ich mich anpassen oder soll ich mich selbst bleiben? Eigentlich sollte die Antwort klar sein, sich selbst bleiben natürlich. Wenn einem aber Werte wie Anstand, Freundlichkeit und alles über soziales Verhalten in der Erziehung mitgegeben worden sind, fällt man von Zeit zu Zeit schon ein bisschen aus dem Rahmen. Soll ich mich anpassen oder die Ellbogen rausfahren und egoisitsch sein? Am besten geht man einfach seinen eigenen Weg, und der darf gut einmal nach rechts und nach links gehen 🙂

    Ein Spaziergang kann nur Gutes bewirken 🙂

    Finde ich toll dass du so aktiv bist, weiter so!

    Gruss aus der Schweiz, Nadine

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    • Danke dir! Ich freue mich sehr, auch so junge Leute wie dich unter meinen Fans zu haben oder die sich für meine Aktivitäten interessieren. Fühle mich wirklich geschmeichelt 🙂
      Und ja, man sollte seinem ICH treu bleiben, egal wie andere sind oder wie sie einem begegnen, auch wenn es manchmal schwer fällt.
      Liebe Grüße aus Hessen in die Schweiz.
      Robert

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