Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

Startnummernvergabe

Startnummernvergabe

Lange Zeit suchte der Hessische Leichtathletik-Verband nach einem Veranstalter, der die Hessischen Seniorenmeisterschaften ausrichtet. Letztendlich erklärte sich das LAZ-Bruchköbel bereit, die Veranstaltung im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion durchzuführen, damit dieser besondere Event nicht ausfallen musste.

Die Resonanz der sportbegeisterten Senioren war außerordentlich groß. Aus ganz Hessen waren sie angereist, um sich im Wettkampf mit Gleichgesinnten zu messen. Man traf alte Bekannte und lernte neue kennen. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht und die anstehenden Wettkämpfe diskutiert.

Für mich begann der Tag mit Arbeit. Wir Vereinsmitglieder wurden an verschiedenen Stellen als Helfer gebraucht. So saß ich von morgens bis gegen Mittag an der Ausgabestelle für die Startnummern und kassierte die Startgelder der teilnehmenden Athleten.

Eine Stunde vor meinem ersten Lauf, den 100 Metern, die um 13:30h stattfinden sollten, startete ich mein Aufwärmprogramm. In unserem Endlauf waren wir zu viert, alles alte Bekannte, unter anderem mein Sportsfreund aus Schlüchtern, Ewald Heckmann, den ich im Wettkampf bisher noch nie besiegt hatte.

Allerdings ging ich dieses Mal mit einem sehr guten Gefühl an den Start. Ich wollte und musste zumindest Dritter werden. Denn das bedeutete die Einladung zur Sportlerehrung mit der Überreichung der Silbermedaille der Stadt Bruchköbel (Beitrag 17).

Das bedeutete aber auch, ich musste Ewald besiegen, denn gegen die beiden anderen hatten wir beide keine Chance. Also war es wieder ein Zweikampf zwischen uns beiden. Die anderen Beiden kämpften um die Plätze eins und zwei.

Da unser Wettkampf beim Lauf- und Sprintcup in Schlüchtern (Beitrag 32) so knapp wie noch nie gewesen war, war ich mir fast sicher, heute schaffe ich es. Außerdem wollte ich natürlich vor eigenem Publikum aufs Treppchen. Dafür musste aber auch alles passen, vor allem am Start. Dementsprechend motiviert ging ich in den Wettkampf. Die Konzentration war extrem hoch. Alle Reflexe waren angespannt.

Die beiden Spitzenläufer waren natürlich im Startblock, Ewald und ich machten Hochstart. (Ob ich den in meinem Alter noch einmal hinbekomme?) Der Startschuss fiel und ich kam sehr gut weg, hing mich lange Zeit an die Fersen meiner Vorderleute. Ewald hatte ich nicht im Blick, er startete ganz außen rechts und ich außen links. Ich konzentrierte mich voll auf meinen Lauf; nur nach vorne sehen und durchziehen.

Aber dann passierte es. Vielleicht zehn bis fünfzehn Meter vor dem Ziel spürte ich ein Ziehen im linken hinteren Oberschenkel – Zerrung? War´s das? Nein, bloß nicht aufgeben. Dann sah ich aus den Augenwinkeln Ewald mit schnellen Schritten näher kommen. Da hieß es nur noch durchhalten und Zähne zusammen beißen. Ich lief durch, stürzte mich fast ins Ziel und ließ mich anschließend auf den Rasen fallen.

Meine erste Frage war, bin ich Dritter geworden? Hans kam sofort auf mich zu und teilte mir die frohe Botschaft mit, dass ich es geschafft hätte. Ewald war zwar auf den letzten Metern noch ganz nah an mich heran gekommen, aber es hatte für ihn nicht mehr gereicht.

Unsere Kopf- an Kopfrennen waren weiter gegangen, nur dieses Mal mit dem besseren Ende für mich. Ich hatte ganz knapp die Nase vorne und lief mit persönlicher Bestzeit von 15,40 Sekunden 0,03 Sekunden schneller als Ewald, der mit 15,43 Sekunden gemessen wurde.

Leider hatte bei unserem Lauf die Kamera gestreikt. Nur die Phase danach hatte man festgehalten. Und man kann sehen, dass ich trotz Schmerzen glücklich über den dritten Platz war. Außerdem kamen sofort Sportskollegen, um sich nach dem Befinden zu erkundigen und auch um zu gratulieren.

Zerrung nach dem Lauf

Zerrung (?) nach dem Lauf

Ersthelfer!

erster Beistand

es schmerzt!

es schmerzt!

der Lauf wird analysiert

der Lauf wird analysiert

Siegerehrung

Siegerehrung

Aufs Treppchen konnte ich noch! Die gute Laune war auch wieder da. Und dann stellte sich zum Glück heraus, dass es keine Zerrung, sondern nur eine leichte Verhärtung des hinteren Oberschenkelmuskels war. Er hatte einfach dicht gemacht.

Nur leider war damit mein geplanter 200-Meter-Lauf am späteren Nachmittag nicht mehr möglich. Dafür konnte sich Ewald über diese Distanz den dritten Platz sichern. Eine Woche später konnte ich glücklicherweise bereits wieder am Training teilnehmen.

Noch ein Großereignis sollte in 2014 folgen: die Kreis- und Stadtmeisterschaften in Rodgau. Und hierzu gibt es schöne Laufbilder, die ich euch das nächste Mal zeigen werde.

Kommentare zu: "34. Hessische Seniorenmeisterschaften Juni 2014" (4)

  1. Klasse, gratuliere dir herzlich. Tolle Leistung!!!

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  2. Danke dir!

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  3. Super, Robert 🙂 Herzlichen Glückwunsch

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  4. Vielen Dank Katrin!

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