Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

Radrennen beim Quarterman

Radrennen beim Quarterman

Heute schreibe ich einmal als Nichtaktiver Sportler von einer Veranstaltung, bei der ich als Unterstützer und Helfer eingeteilt war. Es handelt sich um den Quarterman Germany, der gestern in Bruchköbel stattgefunden hat.

Sonntagmorgen, früh aufstehen, ein Blick aus dem Fenster – der Himmel ist total verhangen und es regnet. Lt. Wetterbericht soll es den ganzen Tag regnen. Na toll, und ich den ganzen Tag an der Radstrecke. Aber was soll´s. Was tut man nicht alles für den Sport. Die Athleten mussten schließlich viel mehr leiden.

Also raus aus den Federn, gut Frühstücken und Rucksack packen. Doch was nimmt man an so einem Tag mit? Erst man überlegen, was ziehe ich bei dem Wetter überhaupt an?

Trotz Sommer ziehe ich heute doch erst einmal ein Sportunterhemd unter das T-Shirt mit der Aufschrift „Helfer“ an, das wir von dem Tria-Team Bruchköbel (dem Veranstalter dieses Events) zur Verfügung gestellt bekommen haben. Doch glaubte ich kaum, dass ich mich heute nur mit Shirt draußen aufhalten kann. Darüber kam meine Trainingsjacke gegen Wind und Regen. Eine lange Hose stand außer Frage.

Helfershirt

Helfershirt

 

 

Fleecejacke

Fleecejacke

Dann kam, die im Nachhinein betrachtet, rettende Idee meiner Frau, die wasserabweisende Fleecejacke einzupacken. Zu dem Zeitpunkt dachte ich nicht, dass ich sie brauchen würde.

Und nun zum Rucksack: also die Fleecejacke und dazu noch meinen Lieblingspulli von JAKO waren schon mal drin. Das sollte nun aber reichen! Stopp, im letzten Moment ließ ich mir noch ein Halstuch einpacken. Eine Mütze auf dem Kopf und jetzt aber fertig.

Dann folgte die Verpflegung: Einen Verpflegungsbeutel vom Tria-Team hatten die Helfer ebenfalls erhalten. Inhalt: Müsliriegel, Minisalami, Hanuta, eine Flasche mit Apfelschorle und andere Kleinigkeiten. Für einen Tag etwas wenig. Also packte ich noch eine Flasche Wasser dazu und meine Frau, die meinen Hunger kennt, hatte mir zwei leckere Hähnchenschenkel gegrillt und in Alufolie verpackt. So sah die Welt schon anders aus.

Jetzt noch einen Fotoapparat und mein Handy. Man weiß ja nie, vielleicht braucht man ja noch mal Nachschub 🙂 . Zum Schluss holte ich mir einen zusammenlegbaren Stoffstuhl aus dem Keller und einen Regenschirm.

Mit „Helfer-Shirt“ und Regenjacke ging es dann aufs Fahrrad. Zur heimischen sportlichen Veranstaltung fährt man schließlich nicht mit dem Auto. Doch mit so viel Gepäck war das gar nicht so einfach. Erst mal den Rucksack auf den Rücken. Dann folgte der Stuhl, der in einer Hülle zum Umhängen steckte. Leider blieb er nicht auf dem Rücken, sondern rutschte ständig nach vorne und behinderte mich beim Treten auf dem Rad. Mit etwas Akrobatik geht alles. Der Regenschirm lag dann noch vorne quer auf dem Lenker.

Zunächst war es doch etwas kalt, aber vom Fahren mit dem Gepäck auf dem Rücken und um den Hals wurde mir schließlich warm. Und dann wurde es richtig warm, als ich den ein Kilometer langen Anstieg zum Nachbarort (einem Stadtteil von Bruchköbel) hoch fuhr. Und der Regen hatte auch nachgelassen. Am Ortsausgang war dann mein Standort.

"Tatort"

„Tatort“

 

Absperrung

Absperrung

Mein Tatort war eine Seitenstraße, die bereits abgesperrt war und meine Aufgabe war es, keinen heraus zu lassen, der es trotzdem versuchen sollte, damit kein Radfahrer zu Schaden kam. Zwei hatten es trotzdem versucht. Aber ich konnte sie von ihrem Vorhaben abbringen und sie zeigten auch Verständnis für die Situation.

Angekommen machte ich es mir erst einmal „gemütlich“. Stuhl aufklappen, Rucksack daneben und das Fahrrad in die Lücke, aus der man noch hätte fahren können. Dann hieß es warten und mir wurde langsam wieder kalt. Außerdem fing es immer stärker an zu regnen. Als erstes wechselte ich meine Regenjacke gegen die wärmere Fleecejacke. Den Stuhl klappte ich wieder zusammen, damit er nicht nass wird und spannte den Regenschirm auf.

So vertrat ich mir etwas die Beine, denn in der ersten halben Stunde tat sich erst einmal gar nichts. Die Athleten waren vermutlich noch im Schwimmbad. Und dort machte ihnen der Regen erst einmal nichts aus.

Bevor dann die ersten die von mir gut einsehbare Straße herunter gefahren kamen, bekam ich eine sehr angenehme Überraschung geliefert. Eine freundliche Anwohnerin kam aus ihrem Haus auf mich zu und fragte mich, ob ich einen Kaffee oder heißen Tee haben möchte und bot mir an, dass ich jederzeit ihre Toilette benutzen dürfte. Auch an sie von dieser Stelle aus noch einmal meinen herzlichen Dank! Solche Gesten gegenüber einem Fremden sind heute ja auch nicht gerade selbstverständlich.

Auch den Organisatoren muss ich ein großes Lob aussprechen. Ein Fahrzeug war ständig auf der Strecke und fragte die Helferposten, ob alles ok wäre oder ob wir etwas benötigen würden. Man reichte mir noch eine gelbe Warnweste, ansonsten war ich gut ausgestattet. Ferner waren immer Kontrolleure mit Motorrädern auf dem Rundkurs.

Wie gesagt, es war kalt und nass. Die Kälte kroch mir in sämtliche Winkel meines Körpers. Die nächste kleine Regenpause nutzte ich dann für ein weiteres Umziehen. Warnweste aus, Fleecejacke aus und den mitgenommenen Pullover zusätzlich an. Fleecejacke wieder an, Warnweste drüber, Halstuch an, Mütze auf den Kopf, Schirm in die Hand. Die armen Athleten auf den Fahrrädern taten mir leid.

Um die Mittagszeit kam der „Streckenposten“ wieder vorbei und versorgte uns mit Bratwurst und Kaffee. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Nachdem ich als „Nachspeise“ noch die Hähnchenbeine vertilgt und den Kaffee getrunken hatte, war mir auch innerlich wieder wärmer geworden.

Und dann kamen die ersten Radrennfahrer. Jeden einzelnen habe ich mit aufmunterndem Klatschen unterstützt und die meisten haben sich darüber gefreut. Entweder mit einem Lächeln, einem zugerufenen Danke oder ein Daumen-Hoch Zeichen. Man spürte trotz mäßigem Wetter die gute Laune, die überwiegend vorherrschte. Viele haben sich sogar nach ihrer letzten Runde verabschiedet, indem sie sich nochmals bedankten oder mir zuriefen: „bis zum nächsten Mal“!

So etwas macht doch richtig Spaß. Da hilft man gerne wieder.

Am Nachmittag riss plötzlich die Wolkendecke auf und sogar die Sonne kam manchmal zum Vorschein. Das hatte natürlich zur Folge, dass es sofort wärmer bzw. schwül wurde. Und, es ist kaum zu glauben, urplötzlich kamen Scharen von kleinen Fliegen, die sich auf meiner gelben Warnweste niederließen. Sie waren auch nicht zu stoppen.

Warnweste

Warnweste

Also Warnweste aus und über die Absperrung gehängt. Auch die Fleecejacke wurde nicht mehr gebraucht und sogar der Pullover konnte weg. Nun stand ich also doch wie geplant, mit meinem Helfer-T-Shirt an der Strecke, aber nur für kurze Zeit. Die Jacke darüber wurde dann doch wieder gebraucht. Zu regnen fing es erst wieder an, nachdem die Siegerehrung vorbei war.

Hier noch zur Erklärung, was die 400 Athleten, die am Start waren, zu leisten hatten:

950 Meter Schwimmen, 45 Kilometer Radfahren und 10,5 Kilometer Laufen. Es gab aber auch die Sprintstrecke mit 400 Meter Schwimmen, 21 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen.

Alles in allem kann ich sagen, es war ein schönes Erlebnis, bei dem man sich als Helfer gerne wieder zur Verfügung stellt.

Und zum Schluss einige Schnappschüsse von dem Radrennen. Durch Anklicken der Bilder könnt ihr sie vergrößern. Vielleicht erkennt sich ja der eine oder die andere wieder.

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Kontrollfahrt

 

 

 

 

 

 

 

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Hallo Gaby, wir kennen uns!

Hallo Gabi, wir kennen uns!

 

 

 

 

 

 

 

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eines der strahlendsten Lächeln im Rennen!

 

 

 

 

 

 

 

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… zwei Mal Daumen hoch! Danke!

 

 

 

 

 

 

 

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.. und tschüs!

.. und tschüs!

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare zu: "39. Quarterman Germany 2015 in Bruchköbel" (7)

  1. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wären die meisten Veranstaltungen nicht möglich. Danke an dich.

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  2. So ist es wohl. Man muss sich schon ein bisschen engagieren.

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  3. Alexandra schrieb:

    vielen vielen dank! stellvertretend an alle helfer, die bei diesem miesen wetter die stellung an der strecke gehalten haben! jeder einzelne hat gut getan 😊!

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  4. Sehr schöner Bericht, Robert, das motiviert selbst man als „Helfer“ dabei zu sein. Gruß Volker

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  5. Danke Alexandra und Volker für Eure netten Kommentare!

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  6. Kelly Sosa schrieb:

    Hallo! ich weisst wer du bist!!! danke für die tolle Fotos!! bis 2016!

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  7. Danke, das freut mich. Hast du die Fotos hier auf meiner Seite gesehen oder auf der Seite vom Tria-Team (Quarterman 2015)? Dort habe ich alle meine Bilder hochgeladen. Hier nur einen kleinen Teil. Wenn du mir sagst, auf welchem Bild du hier zu sehen bist, weiß ich auch wer du bist :-)! Bis dann und liebe Grüße Robert

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