Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

ein Geier in freier Natur

ein Geier in freier Natur

Willst du etwas erleben, musst du raus – aus dem Haus. Nur gestern fiel es mir ziemlich schwer, mich aufzuraffen. Dann war ich aber doch sehr froh, dass ich mich dazu entschlossen hatte. Zu dem Geier komme ich weiter unten.

Zum Vergrößern die Bilder einfach anklicken.

Einige Termine aus dem Programmheft des ADFC hatte ich mir vorgemerkt, in der Hoffnung wenigstens an ein paar teilnehmen zu können, so auch an diesem. Doch dann passierte folgendes. Freitagnachmittag hatte ich selbst Training im Stadion. Laufzeit knapp eine dreiviertel Stunde, Strecke über 6.000 Meter, Temperatur über 30 Grad, schwül.

Am Abend fuhren wir gemeinsam mit dem Schwiegersohn und seiner frisch Angetrauten nach Waldaschaff. Dort wollte er am Aschaffenburger Benefizlauf über 10.000 Meter teilnehmen.

Temperatur: deutlich über 30 Grad. Daniel wurde trotzdem Zweiter in seiner Altersklasse – toller Erfolg für ihn in einer Gesamtzeit von 37,47 Minuten! Auch sein Vater, erst seit 1 Jahr dabei,  ging mit an den Start und brachte in seiner AK ebenfalls eine super Leistung. Alleine das Durchhalten bei diesen Bedingungen war schon ein riesiger Erfolg. Da die Strecke durch eine Gartenkolonie führte, hatten einige Kleingärtner ein Einsehen und besprühten die Läufer aus ihren Gartenschläuchen mit Wasser, was diese dankbar annahmen.

Daniel läuft

Daniel läuf

Vater läuft auch

Vater läuft auch – Nr. 848

Und ich fühlte mich, als hätte ich auch teilgenommen. Mich hatten die Hitze und mein Nachmittagstraining geschafft. Dann wurde es zudem noch spät, bis wir nach Hause kamen. Ich war todmüde. Und in Gedanken hatte ich die Fahrradtour schon abgeschrieben.

Am Morgen war ich mir immer noch nicht sicher; soll ich oder soll ich nicht? Doch dann sagte ich mir, wer weiß, wann ich wieder einmal die Möglichkeit habe, mit dem Fahrrad zur Ronneburg zu fahren. Vor allen Dingen, geeignete Wege gezeigt zu bekommen! Mit dem Auto waren wir schon öfter dort gewesen, aber nie mit dem Rad. Das motivierte mich dann wieder, mich aufzuraffen, trotz morgendlichen Regenschauern.

Treffpunkt 10:00h an der Dreispitzhalle in Bruchköbel. Es kamen noch vier Personen. Einzelne Regentropfen konnten uns nicht aufhalten, zudem war es angenehm warm. Und dann ging es los, auf Radwegen um Bruchköbel, die ich kannte, aber irgendwann kamen Wege, die ich noch nie gefahren bin.

kleine Rast

kleine Rast

dto

dto

ganz schön fit unser ältester Teilnehmer!

ganz schön fit unser ältester Teilnehmer!

... ja, du auch :-)

… ja, du auch 🙂

mit einem Lächeln geht es auch

mit einem Lächeln geht alles leichter

Ankommen ist alles.

Ankommen ist alles.

da fahren sie hin

da fahren sie hin

die Ronneburg

die Ronneburg

Von Weitem konnte man sie schon sehen, die Ronneburg. Quer durch Wald und Wiesen führte der Weg stetig bergan, aber so, dass er trotzdem gut zu fahren war. Bei einem dieser Anstiege musste ich an einen Spruch meines Vaters denken. Er sagte zu mir als kleines Kind: „Immer wenn Till Eulenspiegel bergab fuhr, weinte er, weil er wusste, es geht wieder bergauf und wenn er bergauf fuhr, freute er sich, denn dann wusste er, es geht wieder bergab.“ Dieser Spruch bleibt mir ewig in Erinnerung.

viele Schilder zeigten den Weg

viele Schilder zeigten den Weg

auch einige Informationstafeln

auch einige Informationstafeln

auch Schotterwege mussten bewältigt werden

auch Schotterwege mussten bewältigt werden

schöne Farbenspiele im Wald

schöne Farbenspiele im Wald

auch Reiter begegneten uns

auch Reiter (edle Ritter) begegneten uns

ein Blick über die Schulter

ein Blick über die Schulter

dto.

dto.

das Ziel im Auge

das Ziel im Auge

sogar Schafe kreuzten unseren Weg

sogar Schafe kreuzten unseren Weg

Und dann waren wir da. Wir hatten nur zwei Stunden gebraucht. Am Fuße der Burg machten wir auf einer Bank eine Ruhepause und stärkten uns aus dem Rucksack von mitgebrachten Broten, Obst und Getränken.

Mittagspause!

Mittagspause!

dto (ich war auch dabei)

ich war auch dabei

Auf einer hierfür vorgesehenen Wiese vor der Burg versuchten die Gleitschirmflieger zu starten. Allerdings ohne Erfolg. Die Böen waren zu stark, sodass sie von ihren Schirmen quer über die Wiese gezogen wurden. Also wurden die Versuche abgebrochen; die Vernunft hatte gesiegt.

Gleitschirme

Gleitschirme

in der Burg

in der Burg

Nach einer kleinen Rundtour durch den Burghof ging es über eine Straße wieder an die Abfahrt. Unten an einer Kreuzung angekommen, sahen wir ihn dann neben der Straße auf der Wiese – den Geier! Sofort war uns klar, der gehört zur Burg, denn dort werden regelmäßig Flugschauen mit vielen Greifvögeln für die Besucher abgehalten. Er war wohl abgehauen und konnte nicht mehr zurück.

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ein einsamer Geier auf einer Wiese

Er sah aber sehr friedlich aus. Trotzdem hielten wir angemessenen Abstand. Wir blieben vor der Wiese stehen, damit er nicht auf die Straße laufen konnte, er ließ sich aber nicht von uns aufhalten. Dafür warnten wir dann die Autofahrer.

er wollte doch nur Spielen

er will doch nur Spielen

Zufällig kam dann eine Frau mit ihrem Auto von der Burg herunter, die den Falkner kannte und ihn anrief, der dann sofort mit seinem Wagen zu uns kam. Er erzählte dann, dass der Geier seine Runden um die Burg gedreht habe und auf einmal verschwunden war. Sie hatten  schon nach ihm gesucht, ihn aber nicht gefunden. Er sei wahrscheinlich von einer Bö weggetragen worden (siehe Beispiel Gleitschirmflieger) und dann im Tal gelandet. Da er keinen Aufwind hatte, konnte er nicht mehr zurück.

ein Geier auf der Straße

ein Geier auf der Straße, sieht man auch nicht jeden Tag

hast du was zu fressen?

hast du was zu fressen mitgebracht?

... natürlich!

… natürlich!

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komm auf den Arm

komm auf den Arm

ganz schön schwer, der Bursche

ganz schön schwer, der Bursche

man braucht schon Kraft

man braucht viel Kraft

die nette Dame hilft bei den Flügeln

die nette Dame hilft bei den Flügeln

ich möchte ihm trotzdem nicht zu nahe kommen!

jetzt wird alles wieder gut!

Man sah sofort, dass der Geier seine Leute kennt. Schon beim ersten Wort drehte er sich zu dem Falkner um und lief auf ihn zu. Nach einem Leckerbissen (was immer es war?) ließ er sich auf den Arm nehmen. Alle waren glücklich, der Falkner hatte wieder seinen Geier, der Geier hatte sein Herrchen und wir waren froh, weil wir bei der ganzen Aktion behilflich sein  konnten. Mit diesem Erlebnis im Gepäck traten wir dann unsere Rückfahrt an.

Es war ein schöner Samstagausflug. Wir hatten unseren Spaß. Das Wetter hatte Einsicht mit uns, denn es hatte nicht mehr geregnet, sondern  war angenehm warm geblieben, aber immer sehr windig. Und im Nachhinein war ich sehr froh, mich zu dem kleinen Abenteuer aufgerafft zu haben. Schließlich war es ja auch ein bisschen Beintraining.

Hier noch ein paar Ausschnitte aus dem Sportstracker von unserer Tour.

die gesamte Strecke

die gesamte Strecke

Start in Bruchköbel

Start in Bruchköbel

Teilstrecke nach Osten

Teilstrecke nach Osten

auf der Ronneburg

auf der Ronneburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für jeden, der die Tour einmal nachfahren möchte. Es ging über Langendiebach, Langenselbold und dann nur über Feld- und Waldwege bis zur Ronneburg. Zurück über Altwiedermus, Neuwiedermus, Hüttengesäss, Rüdigheim, Oberissigheim, ein letzter Anstieg zur Fechenmühle und zurück nach Bruchköbel. Dort gönnten wir uns noch ein Eis und einen Kaffee, bevor jeder sein zuhause ansteuerte.

Kommentare zu: "45. Weitere Fahrradtour mit dem ADFC – zur Ronneburg" (3)

  1. liebhabertaschen schrieb:

    Schöne Fotos von einem erlebnisreichen Wochenende!

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  2. Einen Geier zu treffen, das passiert nur, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist. So eine schöne Geschichte.
    Liebe Grüße

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  3. Danke euch beiden. Es war wirklich ein tolles Erlebnis und hat Spaß gemacht!

    Gefällt mir

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