Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

unsere Reisegruppe

unsere Reisegruppe

Warum schreibe ich diesen Artikel für meinen Sportblog? Ganz einfach, weil mich diese politische Reise ganz besonders bewegt hat und ich damit viele Menschen dazu bewegen möchte, so ein Angebot selbst einmal anzunehmen und weil ich damit den vielen Nazis hier im Land auf die Füße treten möchte.

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert, eine ehemalige Nachbarin, hatte uns (das waren 50 Teilnehmer aus ihrem Wahlkreis 180 Hanau) zu einer Bildungsreise nach Berlin eingeladen. Und man kann es nicht anders sagen, Berlin ist auch eine politische Reise wert.

Viele von uns waren zwar schon in Berlin und es ist einfach sehenswert; das ist keine Frage.

Wer allerdings auch etwas politisch interessiert ist, sollte sich diese Möglichkeit nicht entgehen lassen. Denn dieses uns dargebotene Programm wird man als Privatperson so nicht durchführen und kann man teilweise auch nicht.

Dieses Programm wurde uns innerhalb der vier Tage geboten:

Besuch des Deutschen Historischen Museums.

2 ½ Stunden Stadtrundfahrt mit Reiseleitung im Bus.

Ein Informationsgespräch im Bundesministerium für Gesundheit.

Besichtigung des Plenarsaals und Vortrag über die Aufgaben des Parlaments.

Diskussion mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert im Reichstagsgebäude.

Anschließender Fototermin auf dem Dach des Reichstagsgebäudes vor der Kuppel.

Führung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Stauffenberg-Gedenkstätte).

Besuch mit Einführung im Jüdischen Museum.

Informationsgespräch mit Führung in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (ehemalige Zentrale der Untersuchungshaftanstalt der Stasi).

Nach diesen vielen Eindrücken hat mich besonders der Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen, die Untersuchungshaftanstalt der Stasi sehr bewegt. Und es ist mir, erst recht nach diesen erschütterlichen Fakten unerklärlich, dass es trotzdem auch heute noch Sympathisanten für und aus dieser Zeit gibt. Oder wissen viele von denen gar nicht, was sich damals tatsächlich abgespielt hat?

Es ist nämlich ein Unterschied, ob man Geschichte liest (ok, sie liest sich schrecklich), oder von einem Zeitzeugen vor Ort des damaligen fürchterlichen Geschehens erzählt bekommt. Wenn man die Zellen sieht, in denen die Inhaftierten zusammen gepfercht, nicht wissend, wo sie sind und wieso sie dort sind und sogar noch das Fahrzeug sieht, mit dem Personen auf offener Straße, auch aus dem Westteil Berlins nach dem Osten gekidnappt wurden; das kann einem auch heute noch Angst machen.

Dann besucht einmal dieses Gefängnis, das während des 2. Weltkrieges Hitler für seine Gräueltaten gedient hat und nach dem Krieg von den Oberen der damaligen DDR weiter geführt wurde, um sogenannte Staatsfeinde gefangen zu nehmen und zu foltern; Geständnisse unter unmenschlichsten Bedingungen aus ihnen heraus zu holen, für Taten, die sie nie begangen hatten. Unser Mann, der uns durch die Gebäude führte, hat am eignen Leib Verhaftung und Folter erfahren müssen und hatte wie nur wenige das Glück, wieder entlassen zu werden.

Hier eine kleine Anekdote: Die Häftlinge damals wurden in ihren bei der Festnahme getragenen Kleidern eingekerkert. Wurden sie im Sommer festgenommen, hatten sie das Pech, ihre Sommerkleidung auch im Winter tragen zu müssen. Die Zellen waren nass und kalt. Als Bett diente eine harte Holzpritsche ohne Decken. Die Nahrung bestand aus Wasser und trockenem Brot.

Erich Fritz Mielke war damals Minister für Staatssicherheit der DDR und somit einer der Hauptverantwortlichen für den Ausbau des flächendeckenden Überwachungssystems in der DDR. Und ausgerechnet er beschwerte sich über die schlechten Haftbedingungen in dieser Strafanstalt, nachdem man ihn nach der Wende festgenommen und dort inhaftiert hatte. Dabei musste er NICHT mehr diese Bedingen erleben, die er mit zu verantworten hatte.

Ich empfehle allen, die heute noch glauben, dass die Zeit vor dem Mauerfall eine gute gewesen sein soll, sich einmal vor Ort erzählen zu lassen, wie es wirklich gewesen ist. Diejenigen, die sich nach dieser Zeit zurück sehnen sind entweder ehemalige Stasis, die sich ihre Gesetze damals selbst gemacht haben und glaubten sie seien im Recht oder zu jung um sich vorstellen zu können, zu was der Mensch fähig ist, wenn er Macht erhält.

Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser Artikel so oft wie möglich geteilt wird, damit er so viele Menschen wie möglich erreicht und zum Nachdenken anregt. Und die vielen jungen Leute, die sich heute zur Stasizeit bekennen und als Nazis durch unsere Republik laufen, sollten sich einmal überlegen, in welcher Freiheit sie hier und heute leben dürfen.

Diese Freiheit hättet ihr nicht mehr lange! Wenn es euch hier nicht gefällt, warum geht ihr dann nicht in Länder, wo der Kommunismus und die Diktatur regieren? Glaubt ihr, dort dürftet ihr euch so verhalten wie hier, in unserem freien Land? Probiert es doch aus, wenn ihr mutig genug seid.

Doch nun zurück zu unserem heutigen schönen Berlin. Es waren unvergessene Tage und allen die zum Gelingen beigetragen haben (allen voran Frau Dr. Katja Leikert, unsere Reiseleitung und der Busfahrer, der uns täglich sicher von A nach B durch die Stadt kutschierte), ein herzliches Dankeschön! Und hier noch ein paar schöne, aber auch nachdenkliche Impressionen.

gemeinsam mit Katja Leikert

gemeinsam mit Katja Leikert

die Kuppel

die Kuppel

der Plenarsaal

der Plenarsaal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick auf das Brandenburger Tor

Blick auf das Brandenburger Tor

Blick auf die Siegessäule

Blick auf die Siegessäule

Blick auf den Reichstag mit Brandenburger Tor

Blick auf den Reichstag mit Brandenburger Tor

 

 

 

 

 

 

 

Gefangenentransporter

Gefangenentransporter

Beschreibung von Festnahmen

Beschreibung von Festnahmen

betroffene Gesichter

betroffene Gesichter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- ohne Worte! -

– ohne Worte, nur beschämend –

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare zu: "59. Dieses Mal kein Sportbericht, doch hoffentlich genau so interessant!" (34)

  1. Ein jedes Land hat seine ureigene Geschichte…zur DDR kenne ich viele.
    Gute und schlechte…wie in jedem Land eben.
    Herzlichst grüße ich.

    Gefällt 2 Personen

  2. Hat dies auf Pilgerin Belana Hermine rebloggt und kommentierte:
    Ein Beitrag zum Projekt „Gegen das Vergessen“

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  5. […] Kling,  Lotar Martin Kamm, Arno von Rosen, seniorenleichtathletik, Belana Hermine, Poeta, PPawlo, Monika-Maria Ehliah Windtner, Khalid Aouga, maddemaddigger, […]

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  6. […] Ule Rolff – „Siebzig“  Lyrifant – „Gegen Das Vergessen“  Senioren Leichtathletik – „59. Dieses Mal kein Sportbericht …“ […]

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