Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

Doch jetzt sitze ich hier – und finde keine Worte. Wo soll ich anfangen? Denn eigentlich ist ja nicht viel passiert – sportlich gesehen. Und trotzdem hatte ich keine Zeit. Kann das wirklich sein? Nein, es fehlte etwas die Struktur, hatte keine Regelmäßigkeit, bin etwas außer Tritt geraten und deshalb auch so viel um die Ohren – mit vielen anderen Dingen. Hört sich alles konfus an, ist es auch ein bisschen. Das Ganze hängt natürlich auch damit zusammen, dass eben sportlich, die Luft raus war (siehe 58 – Ist der Kopf müde …).

Deshalb muss ich mich jetzt wieder zur Ordnung rufen. Meine sportlichen Ambitionen waren einfach zu hoch gesteckt. Ich dachte, es geht immer so weiter. Da hatte ich beschlossen, Langlauftraining zu machen, das entsprechende Training begonnen und schon nach nur sechs Wochen lief ich die beiden ersten 5000er am Stück. Und nach weiteren zwei Wochen nahm ich am ersten Stadtlauf über 5400 Meter teil. Und das, wo bei mir früher die Langstrecken schon bei 400 Metern anfingen.

Ich war euphorisch, dass das so weiter geht. Ging es ja zunächst auch. Die Monate August und September waren vollgepackt mit Trainingseinheiten und dann lief ich auch bereits eine Stunde in einem moderaten Tempo. Es folgten der Hanauer Stadtlauf, die Seniorenleichtathletik – Kreismeisterschaften und eine Woche später (am 26.09.) der Rodheimer Volkslauf.

Über die Woche danach und ihre Folgen hatte ich ja berichtet (siehe 58). Der Akku war restlos leer. Was folgte, waren zwischen dem 05. und 21. Oktober nur lockere Trainingseinheiten mit viel Laufkoordination und Stabis. Aber selbst das fiel mir schwer. An längere Läufe war schon gar nicht zu denken.

Dann endlich; am 23.10. fühlte ich mich das erste Mal wieder so, dass ich dreißig  Minuten am Stück laufen konnte. Nach fünfzehn Minuten legte ich allerdings eine Gehpause von 100 Metern ein. Es wurde eine Strecke von insgesamt 4.100 Meter.

Dann war letzten Sonntag der Frankfurt Marathon, bei dem wir als Helfer eingeteilt waren (hierüber folgt ein separater Bericht). Ich denke, dass die Kreativität langsam wieder kommt.

Und jetzt habe ich mir vorgenommen, mein Langlauftraining wieder langsam und ohne Druck aufzubauen. So habe ich heute damit begonnen und wieder einmal längere Läufe absolviert. Ich lief 2 x 20 Minuten mit jeweils 2.700 Meter und dazwischen 5 Minuten Gehpause. Hinterher fühlte ich mich gut und so soll es weiter gehen.

Nach dem Ausfall von zwei Langlaufevents im Oktober, die ich unbedingt erleben wollte, ist mein nächstes Ziel der Silvesterlauf in Rodenbach! Ganze zwei Monate Zeit sollten ausreichend sein. Wie schon erwähnt, ich werde es ohne Druck angehen. Wenn es klappen sollte, wäre es schön, wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter. 🙂

Kommentare zu: "60. Es wird Zeit – mich mal wieder zu melden!" (6)

  1. Wanda Breitenbach schrieb:

    Es ist der erste Schritt auf den richtigen Weg, wenn man für sich erkennt was schief gelaufen ist. Deshalb höre in dich und mache nur, was dir wirklich gut tut!

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  2. Das ist genau die richtige Einstellung.
    Liebe Grüße

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  3. Brems deinen Tatendrang ein wenig ein und lass dir etwas mehr Zeit für die Vorbereitung. Du kommst aus der Sprinterecke, das ist eine ganz andere Nummer. Als Sprinter ist nach ein paar Sekunden alles erledigt, verlangt auch viel Trainingsarbeit und mentale Stärke. Nur wenn du auf die lange Runde gehst, und da meine ich wirklich lange, nicht nur 5-6 km, dann lernst du erst alle Fasetten im Ausdauersport kennen. Darum heisst er auch so. 😉

    Bleib dran, mittel-/langfristig wird es dir dein Körper und dein Geist danken und dich reichlich belohnen. 🙂

    Gefällt 2 Personen

    • Vielen Dank Christian. Es ist so wichtig, einen guten Rat von jemand zu bekommen, der sich auskennt. Leider habe ich hier in meiner Umgebung niemand, der einem wirklich sagen kann, wie man sich verhalten soll. Habe alles aus einem Trainingsplan vom Aktiv-Trainings Blog hier bei WordPress (kennst du vielleicht auch), an dem ich mich orientier habe.

      Dann ist noch mein Schwiegersohn, der sich mehr oder weniger auch alles selbst erarbeitet hat, an dem ich mich aber nicht orientieren kann. Der will mich zwar immer mitziehen, aber ich sage ihm, halt, ich bin doppelt so alt wie du! 🙂 Du kannst mich mit dir nicht vergleichen. Außerdem fange ich gerade erst an.

      Aber auch er macht vermutlich seine Fehler? Wollte beim Frankfurt Marathon mitmachen und hat nach langer, intensiver Vorbereitung sich eine Woche vorher eine Nervenreizung in der Wade zugezogen. Dass er jetzt völlig demotiviert ist, kannst du dir vorstellen.

      Ich bräuchte wirklich mal jemanden vor Ort. Aber da habe ich gerade jemand in Aussicht. Und dranbleiben will ich auf jeden Fall. Dafür macht es mir zu viel Spaß. Und den möchte ich mir erhalten. Auch wenn es in letzter Zeit schwer fiel. Nochmal Danke fürs Mutmachen!

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