Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

Festhalle Frankfurt

Festhalle Frankfurt

Letzten Sonntag fand ja bekanntlich der Frankfurter Marathon statt. Hierüber wurde in vielen Medien ausgiebig berichtet. Und die Schlagzeile war natürlich, dass Arne Gabius den Deutschen Rekord, der seit 27 Jahren bestanden hatte, endlich geknackt hatte; 2:08,33 Std, das ist schon eine ganz tolle SUPERLEISTUNG! Und damit wurde er noch Vierter im Gesamtklassement.

Doch bei aller Euphorie über diesen neuen Deutschen Rekord darf man natürlich auch nicht die ebenfalls geniale Leistung von Lisa Hahner vergessen, die nur knapp die Olympianorm verpasste und locker mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht als Sechste ins Ziel lief.

(Wie immer die Bilder einfach anklicken, um sie zu Vergrößern.)

Nicht nur ich sage und meine es auch so; alle 25.520 Teilnehmer, die am Start waren, sind persönliche Sieger! Ich habe für jeden einzelnen größte Hochachtung. Wer wie ich gerade mal angefangen hat, die Langstrecke für sich zu entdecken und gerade so fünf bis sechs Kilometer am Stück laufen kann, für den ist die Vorstellung, 42 Kilometer zu laufen noch völlig undenkbar.

Doch jetzt zurück zum Marathon. Warum schreibe ich darüber? Weil wir, meine Frau und ich, uns neben weiteren ca. 80 Personen beim ORGA-Team Lauftreff Bruchköbel als freiwillige Helfer an der Marathonstrecke angemeldet hatten.

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Stärken nach getaner Arbeit.

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Sonntagmorgen um 5:30h hieß es aufstehen. Gott sei  Dank, wurde die Zeit in dieser Nacht um eine Stunde zurück gestellt. Das war schon eine kleine Erleichterung für uns und ich denke vor allem auch für die vielen Athleten, die heute an den Start gehen wollten.

Wir trafen uns zu Fahrgemeinschaften und dann ging es nach Frankfurt Bergen-Enkheim. Von dort in die U-Bahn, die uns fast direkt zu unserer Aufbaustelle in der Bockenheimer Landstraße führte. Bei Kilometer 5 bauten wir die Verpflegungsstelle Lauftreff Bruchköbel auf.

das Helferfeld

das Helferfeld

 

 

 

 

 

 

Der Veranstalter des Frankfurt Marathon hatte die Verantwortlichen des Lauftreff Bruchköbel angesprochen, ob sie nicht in eigenverantwortlicher Organisation diese Verpflegungsstelle übernehmen möchten. Das war natürlich Ehrensache und so wurden freiwillige Helfer gesucht. Und als Sportbegeisterter ist man natürlich gerne bereit, bei so einer Veranstaltung zu helfen.

Ich kann den Organisatoren des Lauftreff Bruchköbel zu ihren vorbereitenden Maßnahmen nur gratulieren. Alle Helfer wurden immer wieder über sämtliche Schritte informiert und am Tag der Veranstaltung trafen sich alle am Aufbauort und erhielten die letzten Anweisungen.

Wir waren die erste Verpflegungsstelle an der Laufstrecke bei Kilometer 5 und wurden in insgesamt acht Teams eingeteilt. Zu beiden Seiten der abgesperrten Straße bauten wir zunächst die gelieferten Tische und Bänke auf. Alles hatte System und ging tatsächlich Hand in Hand. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir den Aufbau sowie das Befüllen der Becher mit den Getränken erledigt.

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Viele Becher wollen befüllt werden.

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Der Kilometer 5 ist schon deshalb eine große Besonderheit, da hier in sehr kurzer Zeit ca. 12 – 15 Tausend Becher befüllt werden müssen. Denn am Anfang der Strecke sind die Läufer noch dicht zusammen und kommen in großen Pulks an den Tischen vorbei.

Team 1 (rechts der Straße) und Team 2 (links) war zuständig für Rosbacher (einer der Sponsoren) Wasser Naturell. Wir waren das größte Team, denn hier war der erste Anlaufpunkt der Läufer. Es wurden mehr als 20 Tische auf jeder Straßenseite aneinandergereiht. Dann wurden die Becher in angemessenem Abstand aufgestellt, damit die Läufer sie während ihres Laufs gut greifen können. Während die ersten noch aufstellten, befüllten die nächsten Helfer die Becher schon mit Wasser. Dann wurde über die Becher eine Lage dünner Bretter gelegt und es erfolgte das gleiche Prozedere. So entstanden insgesamt vier Lagen, um die ca. 25.000 Läufer gut versorgen zu können.

die Theke ist vorbereitet

die Theke ist vorbereitet

 

 

 

 

 

Ähnlich hatten alle anderen Teams vorzugehen. Team 3 und 4 war für Rosbacher Isofit, Team 5 und 6 für Tee und Team 7 und 8 für Schwämme zuständig. Dann war noch genügend Zeit für ein Gruppenfoto.

alle Helfer vom Lauftreff Bruchköbel

alle Helfer vom Lauftreff Bruchköbel

 

 

 

 

 

Jetzt warteten wir auf den großen Ansturm.

die ersten Läufer

die ersten Läufer

Arne Gabius

Arne Gabius

 

 

 

 

 

 

Und dann kamen die Ersten! Vorne dabei „unser“ Arne Gabius, als einziger Weißer, der schon durch seine Größe und sein Äußeres hervor stach, inmitten von einem Pulk aus farbigen Läufern überwiegend aus Kenia (sieben kamen im Endklassement unter die ersten 10!) und ein Äthiopier, der schließlich das Rennen gewann. Erst an 11. und 12. Stelle kamen die nächsten Europäer ins Ziel.

die Verfolger

die Verfolger

 

 

 

 

 

 

 

Nur wenige aus der Spitzengruppe griffen nach Getränken. Damit hatte ich auch nicht gerechnet. Das Feld war schon auseinandergezogen, es folgte der nächste etwas schnellere Trupp.

Massenansturm

Massenansturm

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber dann kamen die großen Massen. Es war unbeschreiblich. Das Feld schien  kein Ende zu nehmen. Und man sah die unterschiedlichsten Menschen. Manche waren noch ganz frisch und locker, bedankten sich sogar für die Getränke, andere schienen schon jetzt am Ende und gingen ein paar Schritte, um sich auszuruhen.

einige ließen sich auch gerne bedienen

einige ließen sich auch gerne bedienen

 

 

 

 

 

 

Die obere Lage der Getränkebecher war schnell geleert. Die ersten Bretter wurden entfernt, die nächste Lage ausgegeben und so ging es weiter. Zwischendurch mussten immer wieder neue Becher befüllt werden. Das muss man einmal erlebt haben! Anschließend sah die Straße aus wie ein Schlachtfeld aus Pappbechern.

die Schlacht ist geschlagen

die Schlacht ist geschlagen

das muss man festhalten

das muss man festhalten

 

 

 

 

 

 

 

Unmittelbar nach dem letzten Läufer kam sofort der städtische Reinigungsdienst. Jetzt hieß es, schnellstens Tische und Bänke der Verpflegungsstände wieder abzubauen und von der Straße auf den bereit stehenden LKW zu schaffen. Auch das funktionierte hervorragend, wie in einem eingespielten Team. Im Nu war der LKW beladen und die Reinigungsfahrzeuge der Stadt nahmen ihre Arbeit auf. Wir hatten unsere Arbeit erfolgreich beendet und einen bis dahin unvergessenen Tag erlebt.

der Räumdienst

der Räumdienst

 

 

 

 

 

 

Jetzt hatten wir noch genügend Zeit, um die ersten Läufer am Ziel sehen zu können. Natürlich wollten wir noch erleben, wer gewinnen würde und ob Arne Gabius sein großes Ziel erreichen würde, nämlich den Deutschen Rekord zu brechen. Nun, das ist inzwischen Geschichte, jeder der sich dafür interessiert, weiß wie das Rennen ausging.

man konnte die exakten Zeitabstände verfolgen

man konnte die exakten Zeitabstände verfolgen

 

 

 

 

 

 

 

Wir waren zwar in der Festhalle als die ersten Läufer ins Ziel kamen, konnten sie aber bei der Masse Menschen, die sich dort bereits versammelt hatten, leider nicht persönlich sehen, sondern nur am Bildschirm. Aber die Atmosphäre, der Lärmpegel, die begeisternden Rufe und Schreie der Massen war schon ein besonderes Erlebnis.

sie kamen in Strömen

sie kamen in Strömen

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend suchten wir uns noch einen schönen Platz draußen an der Strecke. Außerdem konnten wir dadurch eine gute Freundin von uns sehen und mit unserem Jubel in die Halle begleiten. Sogar ein Schnappschuss für die Ewigkeit war noch möglich. Hinterher erzählte sie uns ihre eigenen Erfahrungen von diesem besonderen Erlebnis und wie glücklich sie sei, diese Strapazen durchgestanden zu haben. Wir gratulieren auch ihr noch einmal ganz herzlich! Hast du super gemacht!

fast geschafft und sieht noch sehr gut aus!

fast geschafft und sieht noch sehr gut aus!

hinein in die tosende Halle dem Ziel entgegen

hinein in die tosende Halle dem Ziel entgegen

 

 

 

 

 

 

deine Fans sind sooo stolz auf dich!!!

deine Fans sind sooo stolz auf dich!!!

und nochmal - wir gratulieren!

und nochmal – wir gratulieren!

 

 

 

 

 

 

 

Auch möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Sponsoren dafür bedanken, dass sie uns mit einem Helfer- und Verpflegungspaket ausgestattet hatten. Und es gab zur ewigen Erinnerung ein sehr schönes Basecap sowie das tolle Helfershirt von Asics mit der Aufschrift TEAM FFM.

Kommentare zu: "61. Frankfurt Marathon am 25.10.2015" (4)

  1. Wanda Breitenbach schrieb:

    Das war ein Erlebnis!

    Gefällt 1 Person

  2. Riti schrieb:

    ….Das war es!!!!!!

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  3. Super schöner Bericht !
    Jetzt weisst du warum ich das mache. Es ist einfach unbeschreiblich, wie eine Droge. 🙂

    Schöne Grüße aus Tirol, vielleicht sieht man sich nächstes Jahr.
    Christian

    Gefällt 1 Person

    • Danke Christian. Würde mich freuen, sich irgendwo/irgendwann mal zu treffen. Und ja, es ist eine ansteckende „schöne“ Krankheit. Selbst die Athmosphäre bei den Stadt- und Volksläufen hat mich schon süchtig gemacht. Es ist komplett anders das was ich bisher erlebt habe.

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