Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

Meine geleisteten Arbeiten am Pfingstsamstag habe ich zwar auch für den Verein getätigt, bei dem ich Mitglied bin, aber in erster Linie für die vielen Kinder und Jugendlichen, die an unserem alljährlichen Pfingstsportfest teilnahmen. Sie hatten ein Recht darauf, einen schönen Wettkampf zu erleben. Deshalb hatte ich mich als Helfer beim Weitsprung einteilen  lassen.

Ausgerechnet über Pfingsten sollte ein Wetterumschwung kommen, kalt und regnerisch sollte es werden. Aber wir hatten Glück. Es war zwar kalt, teilweise sogar sehr windig, jedoch vom Regen blieben wir verschont. Und manchmal ließ sich sogar die Sonne blicken. Ab 13:00h sollte ich meinen Dienst beginnen, war dann aber schon um 11:30h im Stadion. Es liegt ja fast vor meiner Haustüre.

Ich war der einzige Mann an der Weitsprunganlage und so griff ich zum Rechen und machte nach jedem Sprung den Sand wieder glatt für die nächste Springerin bzw. den nächsten Springer. Vom Hessischen Leichtathletikverband waren zwei Frauen zum Messen der Weiten vor Ort. Hilfe bekam ich von Damen anderer Sportvereine.

Als wir die Anlage verließen war es ca. 18:30h. Die Zeit war trotzdem schnell vergangen, aber ich spürte schon meine Gelenke, hauptsächlich die Hüfte sowie Hände und Arme. Es war schließlich eine völlig ungewohnte Arbeit. Doch für den heranwachsenden Nachwuchs, der gerne Sport treibt, nimmt man auch einmal solche Strapazen in Kauf. Schließlich weiß man ja von eigenen Wettkämpfen, wie wichtig die freiwilligen Helfer sind. Außerdem hatte ich ja zwei Tage Zeit vor mir, wieder zu regenerieren. Meinem heutigen Trainingslauf über 6 km hat es nicht geschadet.

So weit so gut. Doch leider gab es (mal wieder) einen Anlass, der für viel Ärger sorgte und intern wahrscheinlich noch nicht ausgestanden ist. Und damit komme ich zurück zu meinem Eingangssatz, dass ich mein Engagement vor allem für die sportbegeisterten Kinder und Jugendlichen einbringe.

Was war passiert?

Ein Trainingskollege von mir wollte dieses Pfingstsportfest dazu nutzen, seine Qualifikation für die Deutschen Seniorenmeisterschaften zu laufen. Dies hatte er mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins abgestimmt und hierfür die Zusage erhalten, auch dass er an diesem Tag nicht als Helfer fungieren könne. Es war außerdem die einzige noch verbleibende Möglichkeit, die Quali zu erbringen.

Aber es kam (zum wiederholten Male!) zum Eklat. Als er am Nachmittag eintraf, wurde er von der 1. Vorsitzenden darauf hingewiesen, dass er NICHT laufen „dürfe“, weil er sich nicht als Helfer gemeldet habe. Auch ein Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden brachte nichts und seine Frage, ob er noch irgendwo helfen könne, wurde verneint. Voller Ärger ging er wieder nach Hause. Damit dürfte seine Möglichkeit, an den nächsten Deutschen Seniorenleichtathletikmeisterschaften teilzunehmen, gleich null sein. So viel zu den Fakten.

Meine Meinung dazu:

Wie kann ein Verein, der sich rühmt, seit vielen Jahren an der Spitze der Seniorenwertung im Main-Kinzig-Kreis zu liegen, seinem Spitzensportler, der mit seinen Leistungen im wesentlichen für diese positive Wertung beigetragen hat, diesen Start verwehren? Dieses Verhalten gegenüber einem „Altgedienten“ Athleten des Vereins, der viele nationale und auch internationale Erfolge erbracht hat, ist nicht nur unfair, sondern auch im höchsten Maße unsportlich.

Wenn er sich all die Jahre um jegliche Arbeit für den Verein gedrückt hätte, könnte man es ja noch verstehen, dem ist aber nicht so. Er war immer zur Stelle, wenn man ihn gebraucht hat. Wenn das Verhalten unserer 1. Vorsitzenden, der bisher einzige Fall gewesen wäre, hätte man sicher sagen können, sie hatte einen schlechten Tag, war gestresst und man hätte sich noch einigen können. Nur leider ist dem nicht so. Es kam in den letzten Jahren, solange ich bei dem Verein bin, schon öfter zu solchen und ähnlichen Vorfällen. Es trübt nicht nur die allgemeine Stimmung, sie schädigt auch das Ansehen des Vereins.

Ich hoffe sehr, dass dieses Thema nicht weiter unter den Teppich gekehrt wird. Man hat mir versprochen, dass sich um das Problem gekümmert wird. Schließlich ist die Abteilung  Leichtathletik nur eine Unterabteilung des Stammvereins. Mal sehen was passiert.

Ich kenne diesen Verein noch aus der Zeit, als meine Kinder dort aktiv waren. Da war das Stadion noch voll mit Leichtathleten jeder Altersklasse und es war eine große Gemeinschaft. Heute ist davon nur noch der Name geblieben. Von einer Gemeinschaft kann man leider nicht mehr sprechen.

Für mich sieht es so aus, dass speziell der Vorstand des Vereins diesen hauptsächlich für seine eigenen Interessen nutzt und nicht zum Gemeinwohl aller interessierten Sportler und des Sports agiert. Und so etwas sollte verhindert werden!

Wie ist eure Meinung zu obigem Vorfall? Habt ihr auch schon solche oder ähnliche Erfahrungen in euren Vereinen gemacht? Und wie wurden solche Differenzen ausgeräumt?

Kommentare zu: "21.16 – Unser Pfingstsportfest und ein handfester Skandal" (9)

  1. Immer wieder gibt es Ärger in den Vereinen.
    Das finde ich überflüssig. Es soll doch Spaß machen.
    Ärgerlich.

    Gefällt 2 Personen

  2. Wanda Breitenbach schrieb:

    Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war das Stadion unter der Woche rappelvoll. Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainierten da mit einer ansteckenden Begeisterung. Da waren Trainer als Talentscouts bei Bundesjugendspielen unterwegs und hatte für alle Mitglieder ein nettes, motivierendes Wort. Würden die Fußballer und die Feuerwehr nicht regelmäßig trainieren wäre das Stadion verwaist. Bruchköbeler Leichtathleten trainieren in umliegenden Gemeinden. Es wäre doch interessant festzustellen, warum das so ist und was diese Veränderungen herbeigeführt hat.

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    • Schüler sind ja noch genügend da. Aber leider keine Aktiven mehr. Die haben sich abgesetzt. Und die Schüler bleiben auch so lange, wie es ihnen Spaß macht oder die Eltern genug haben.

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  3. Es gibt den Spruch „Sport hat Spaß gemacht solange es keine Funktionäre gab“.. 🙂

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  4. Ist mein Kommentar nicht erschienen oder wurde er gelöscht? 😯

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    • Hallo Sylvia, sorry, aber ich habe von dir keinen Kommentar gesehen. Gelöscht habe ich nichts. Würde mich freuen, wieder von dir zu hören. Noch einen schönen Abend und liebe Grüße

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      • Hallo Robert, ich hatte mich schon gewundert. Offensichtlich ist mein Reader auf dem Handy auch nicht zuverlässig, von wo aus ich oft Kommentare sende.

        Ich hatte geschrieben, dass ich hoffe, die Angelegenheit klärt sich noch, da ich selbst Ungerechtigkeiten absolut nicht mag.
        Erfahrungen habe ich keine mit Sportvereinen (außer meinen Sohn betreffend), da ich „nur“ WortSport betreibe – abgesehen von meinen Badminton-Runden und dem Walking.

        Auch hatte ich geschrieben, dass ich meine Ernährung vor fast 4 Wochen umgestellt und bereits über 5 kg verloren habe :-). Und: Vielleicht werde ich ja auch noch zur SportsKanone 😉 – wer weiß ….

        Sei herzlich gegrüßt und ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntagabend.

        Sylvia

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