Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

vor dem Start

vor dem Start

Das sah erst einmal gar nicht gut aus; gestern hatte ich plötzlich Knieprobleme. Wo kamen die denn her? Nach dem Frühstück schmerzte nach dem Aufstehen das linke Knie. Zunächst machte ich mir darüber keine Gedanken. Hatte wohl etwas unbequem gesessen; das wird schon wieder, dachte ich mir!

Um etwas dagegen zu tun, legte ich mir eine Kniemanschette an und obendrauf eine Eiskompresse, die ich immer wieder wechselte. Ich war immer noch guten Mutes, dass dies meinen bevorstehenden Lauf nicht gefährden würde. Doch dann wurde es bis in den späten Nachmittag trotzdem nicht besser. Und dann kam eine Spontanheilung.

Um 16:00h waren wir zum Geburtstagskaffee eingeladen. Die Manschette ließ ich am Knie und los ging es. Und was soll ich sagen? In der Wohnung bei Daniel (dem Geburtstagkind), waren die Schmerzen auf einmal weg. So spontan wie sie gekommen waren, waren sie plötzlich wieder verschwunden. Ok, ich hatte mich aber auch geschont.

Es stand also dem heutigen Lauf nichts mehr im Wege. Für 6:00h hatte ich mir den Wecker gestellt. Um 5:50h war ich wach. So ist es immer bei mir, wenn ich etwas vorhabe. Dann bin ich schon vor der geplanten Zeit wach. Wecker ausmachen, raus aus dem Bett und Türe vom Schlafzimmer schließen,  um meine Frau nicht zu wecken. Wir hatten beschlossen, dass sie heute nicht mitfahren muss (müssen tut sie sowieso nicht). Zu der heutigen Veranstaltung würde ich also alleine fahren, denn auch Daniel hatte etwas anderes vor.

Ich war rechtzeitig vor Ort und konnte mich so ganz in Ruhe vorbereiten. Nachmelden, Startnummer und Chip anbringen, noch etwas in der Sonne ausruhen und dann ein bisschen Aufwärmen. Und dann stand plötzlich Werner neben mir. Er wollte es sich nicht nehmen lassen, mich moralisch zu unterstützen. So kam es auch dazu, dass ich doch ein paar Bilder für meinen Blog zur Verfügung habe.

Und dann fiel der Startschuss für den 10-km-Lauf. Ziemlich am Ende des Läuferfeldes einsortiert, ging es zunächst sehr gemütlich voran. Daniel hatte mir eine Pace von 6:30 min/km vorgegeben. Das hielt ich schon für sehr ambitioniert, vor allem über die gesamte Distanz. So kam es dann auch. Die ersten Kilometer liefen sehr gut. 6:21, 6:30, 6:34, 6:32, 6:45, 6:38 waren die Zeiten der ersten 6 km.

Doch dann spürte ich, wie die Beine immer schwerer wurden. Es folgte im siebten km eine Zeit von 6:49. Bei Kilometer 8 ½ hatte ich plötzlich Seitenstechen. Trotz kontrollierter Atmung ging es nicht weg und so war ich tatsächlich gezwungen, meinen Lauf zu unterbrechen und eine Gehpause einzulegen. Zehn, fünfzehn, zwanzig Meter und dann trabte ich wieder langsam los. Tiefes Einatmen, fünfer Schritttechnik (drei Schritte ein- zwei Schritte ausatmen) und dann ging es wieder.

500 Meter vor dem Ziel hörte ich schon die Musik beim Zieleinlauf. Das war für mich das Signal zum Endspurt. Ein Teilnehmer vor mir, den ich die ganze Zeit im Auge hatte, musste jetzt dran glauben. Der war mindestens sechs, sieben Mal gegangen, um dann immer wieder davon zu laufen. Ich dachte bei mir, wenn der schon so früh anfängt zu gehen und sich dann wieder verausgabt, habe ich ihn irgendwann.

So war es dann auch, allerdings erst 400 Meter vor dem Ziel lief ich an ihm vorbei. Meinem Endspurt konnte er nicht mehr folgen. Aber ich dachte schon, die letzten Meter nehmen kein Ende und ich wäre zu früh losgesprintet. Denn das Ziel konnte man erst sehr spät sehen. Doch ich schaffte es, indem ich die Pace auf unter 6:00 und in der Spitze auf 5:40 min/km herunter geschraubt hatte.

Der neunte km lag mit 7:12 als einziger über der 7:00er Marke. Und den letzten km hatte ich durch den Endspurt noch auf 6:53 gebracht. Meine Endzeit betrug also 1:07:46 Stunden mit einer durchschnittlichen Pace von 6:47 min/km. Damit lag ich knapp zwei Minuten unter der Zeit meines ersten 10-km-Laufes vor einem Monat.

Was soll ich dazu noch sagen? Das Steigerungspotential ist vorhanden und ich bin total happy, dass es heute trotz zwischenzeitlichen Problemen so gut geklappt hat. In zwei Wochen kommt mein dritter – in meiner Heimatstadt. Das wird sehr schwer, denn ich kenne die Stecke und die Steigungen, die hier zu bewältigen sind. Da heißt es, langsam angehen! Der Vorteil ist, die Steigungen kommen ziemlich am Anfang der Strecke.

der Zieleinlauf

der Zieleinlauf

das Ergebnis

das Ergebnis

Kommentare zu: "32.16 Stadtlauf in Karben – Mein zweiter 10-Kilometer-Lauf" (10)

  1. Wanda Breitenbach schrieb:

    Das war doch ein erfolgreicher Lauf! Toll gemacht….die 60 Minuten Schallmauer, die knackst du doch😉😘

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  2. Gut gehandhabt lieber Robert.

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  3. Christian schrieb:

    Gratuliere Robert, gut gemacht. 🙂

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  4. Ich finde es toll, was du dir vornimmst und auch durchziehst. Klasse! Laufen war nie mein Ding, aber sehr schnell gehen, was man ja auch als „walken“ kennt mit Stöcken – das ist mein Jogging! Meine Knie würden das überhaupt nicht mehr mitmachen und ich hab‘ auch keinen Spaß dran. Wünsche dir weiterhin so viel Elan, Schwung und Fitness. Liebe Grüße

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    • Danke Sigrid! Laufen war früher auch nicht mein Ding. Aber heute habe ich Spaß daran gefunden. Wenn du meinen letzten Beitrag liest, siehst du, dass ich in 1972 mit dem Gehen begonnen habe. Ist ja fast ein Vorgänger vom heutigen Walken. Und ich denke, das sollte auch niemand belächeln. Grüße zurück!

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