Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

mit Christian beim Frankfurt Marathon

mit Christian beim Frankfurt Marathon

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Deshalb wird es Zeit, mich wieder einmal zu melden. Denn ich weiß, auf meinem Blog war es lange Zeit sehr ruhig. Doch das hatte, wie viele ja wissen, sehr gewichtige Gründe. Es standen drei Augenoperationen auf dem Plan (siehe 37.16). Außerdem hatte ich einen Termin bei einem Orthopäden, der sich meine Hüfte ansehen sollte.

Doch nun der Reihe nach. Nach meinem letzten 10 km Trainingslauf in der ersten Oktoberwoche gönnte ich meinem Körper die nötige Ruhe, die er scheinbar dringend brauchte. Es folgte also eine ganze Woche ohne jegliches Training, auch ohne Laufen.

Doch bereits in der Woche danach (die Woche vor der ersten Augen-OP) hatte ich das dringende Bedürfnis, mich wieder sportlich zu betätigen. Ich wollte die Zeit nutzen, um mal wieder Alternativtraining zu machen. Das hatte ich eh ein bisschen vernachlässigt.

Und so sah diese Woche dann aus: Montag 1 Stunde mit dem TRX-Band; Dienstag 1 Stunde im Stadion, hauptsächlich Treppentraining; Mittwoch 1 Stunde Schwimmen; Donnertag 1 Stunde Functional Training, überwiegend für den Rücken; Freitag wieder 1 Stunde Schwimmen. Das hatte gut getan!

Es folgte die Augen-OP am Grauen Star. Ich bekam also eine Kunstlinse ins rechte Auge. Die OP selbst verlief lt. Arzt gut, aber mit der Nachbehandlung war ich nicht zufrieden. Das heißt, ich fühlte mich von der Ärztin, die die Nachuntersuchung machte, in meinen Ängsten und Fragen zur weiteren Entwicklung nicht ernst genommen. Denn das Sehvermögen war schlechter als vorher. Sie  konnte mir aber nicht erklären, warum das so war. Das erfuhr ich erst später. Leider muss ich sagen, sie wirkte auch arrogant und überheblich.

Ich hatte angenommen, dass ich spätestens nach acht bis vierzehn Tagen wieder mit dem Training beginnen könne. Das waren zumindest die Aussagen, die ich vorher erhalten hatte. Und das hätte bedeutet, vor der nächsten OP am anderen Auge wenigstens eine Woche leicht trainieren zu können. Aber diese OP sagte ich erst einmal ab. Das Risiko, mit dem noch fast gesunden Auge auch nicht mehr sehen zu können, war mir zu groß.

Diese Ärztin jedoch belächelte meine Fragen zu sportlichen Aktivitäten und meinte, dass dies mindestens vier bis sechs Wochen dauern werde. Außerdem vermittelte sie den Eindruck, „was willst du in deinem Alter noch Sport treiben?“ So wirkte es auf mich unterschwellig.

Zur nächsten Nachuntersuchung eine Woche später verlangte ich nach einem anderen Arzt. Ich stellte die gleichen Fragen und bekam kompetente Antworten. Erstens sei die Linse bereits gut im Auge verwachsen und ich könne problemlos wieder mit Sport beginnen.

Die Trübung im Auge liege an der Gliose, eine verdichtete Schicht, die sich zwischen Netzhaut und Glaskörper gebildet hat. Von der Gliose wusste ich und wegen der Entfernung dieser Schicht musste ich Anfang Dezember in die Klinik zur stationären Behandlung. Das war letzte Woche. Also war alleine durch die neue Kunstlinse noch kein klares Sehen möglich; ist einleuchtend!

So konnte ich den November nutzen, um noch einmal Grundlagentraining zu machen. Vor allem standen wieder Stabis, TRX-Band und Lauf-ABC auf dem Plan. Dann folgte der Termin beim Orthopäden. Die Hüfte sei in Ordnung, die Arthrose nicht weiter fortgeschritten. Bewegung sei gut, aber ich solle es nicht übertreiben! Doch was heißt das schon?

Dann traf ich beim Frankfurt Marathon, als Zuschauer natürlich 🙂 einen mir gut bekannten Bloggerfreund (Christian von born2run  https://rtirol.wordpress.com/ ). Wir hatten uns schon vorher zu diesem Treffen verabredet und sprachen natürlich auch über unsere Wehwehchen. Leider war die Zeit etwas zu kurz. Aber wir würden in Verbindung bleiben.

Beim in der Folge stattfindenden persönlichen Schriftverkehr gab er mir den Tipp, mir doch einmal meine Laufschuhe anzusehen. Er meinte, dass meine Hüftprobleme auch von falschen Schuhen  kommen können. Ferner empfahl er mir, keine gedämpften, sondern eher Neutral- bis Minimalschuhe zu nutzen, mit wenig bis keine Dämpfung, wenig bis keine Stütze und wenig bis keine Sprengung.

Er habe diese Erfahrung selbst gemacht und berichtete auch von seinem Freund, der ähnliche Probleme wie ich hatte, seine Laufschuhe komplett ausgewechselt habe und vor allem auf Einlagen verzichtete. Einlagen hatte ich auch verschrieben bekommen. Doch darüber möchte ich jetzt gar nicht näher eingehen. Nur so viel, ich verstaute meine erst einmal im Schrank.

Dann fiel mir ein, dass ich noch ein Paar „Salming Running Speed“ habe, die ich für mein Sprintertraining genutzt hatte. Das waren Minimalschuhe ohne Stütze und ohne Sprengung. Die würde ich gleich mal testen, ohne zusätzliche Einlagen.

Ich hatte eine Laufstrecke über exakt 6.450 Meter. Die war ich schon öfter mit meinen gedämpften Asics gelaufen, die auch noch eine Sprengung von 8 mm hatten. Jetzt nahm ich sie mit dem Salming in Angriff. Vergleichswerte hatte ich ja. Und ich war total überrascht.

Zunächst merkte ich, dass ich viel lockerer lief als sonst. Ich fühlte mich außerdem sehr gut, hatte keine Knie- und Hüftbeschwerden. Am Ende war ich ganze 5 Minuten schneller als sonst gewesen. War das nun Zufall, lag es daran, dass ich diesen Monat schon wieder zum dritten Mal gelaufen war, oder lag es tatsächlich an den Schuhen? Vielleicht von jedem etwas. Ein weiterer Test musste her.

Dieses Mal ging ich mit Hans ins Stadion. Heute wollte ich Tempoläufe machen. Nach 1.800 Meter Einlaufen folgten 7 x 100 Meter Tempoläufe mit einer durchschnittlichen Pace von ca. 4:10 Min/km und anschließend 300 Meter Trabpause. Am Ende zwei Runden (800 Meter) Auslaufen. ICH FÜHLTE MICH GUT! So kamen im November tatsächlich noch ca. 35 Laufkilometer zusammen, über die ich sehr froh war. Und die Schuhe? Es lief wunderbar! DANKE Christian!

Wie bereits erwähnt, hatte ich letzte Woche meine Netzhaut-OP. Vier Tage in stationärer Behandlung und Beobachtung waren damit verbunden. Die Operation verlief sehr gut. Die Gliose konnte ohne Probleme und ohne Verletzung am Auge entfernt werden. Jetzt heißt es viel Geduld bewahren. Denn der Heilungsprozess dauert einige Wochen, in denen ich mich sehr schonen muss. Sämtliche Belastungen, vor allem durch den Aufprall bei Laufen, muss ich unbedingt vermeiden.

Somit steht jetzt fest, dass es mit dem diesjährigen Silvesterlauf nichts wird. Und wann ich im neuen Jahr wieder starten kann bleibt abzuwarten. Meine Planung für das nächste Jahr wird sich damit etwas verschieben. Aber an den gesteckten Zielen halte ich nach wie vor fest. So leicht lassen wir uns Sportler schließlich nicht unterkriegen :-).

Auch diesen Bericht habe ich in mehreren Etappen geschrieben. Allzu lange sollte ich nämlich nicht am Computer sitzen, denn das ist auch nicht gut fürs Auge. Aber ich wollte mich wenigstens wieder einmal melden. Es könnte ja sonst jemand meinen, hier gibt es nichts mehr zu lesen. Und wie ich erkennen kann, sind immer wieder treue Leser dabei, sich auf meinem Blog umzusehen.

Auch möchte ich um Verständnis bitten, wenn ich in der letzten Zeit bei anderen Bloggern nicht mehr gelesen und auch keine Kommentare hinterlassen habe. Das wird sich wieder ändern – versprochen!

Für heute wünsche ich allen ganz viel Gesundheit und bleibt sportlich, immer im Rahmen eurer Möglichkeiten!

einmal mitten auf der Straße in Frankfurt - beim Marathon

einmal mitten auf der Straße in Frankfurt – beim Marathon

Kommentare zu: "39.16 – Ich bin noch da!" (9)

  1. Gut zu wissen, dass du am Ende doch richtig behandelt und beraten worden bist.
    Eine frohe Adventszeit und weiter gute Gesesung wünsche ich und grüße herzlich.

    Gefällt 1 Person

  2. Wanda Breitenbach schrieb:

    Ja, es geht voran! Ich freue mich schon darauf, zu Normalität zurückkehren zu können und dich wieder glücklich und zufrieden zu sehen…Alles wird gut!

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  3. Sehr gut Robert, dass das mit der OP so gut geklappt hat, das freut mich ganz besonders. Gib dir die Zeit die du zur vollständigen Genesung brauchst, dein Körper wird es dir danken. 🙂

    Wünsche dir und deinen Lieben noch eine schöne Weihnachtszeit.

    Und 2017 einmal etwas gemeinsam! 🙂

    SG Christian

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    • Danke Christian! Ich bin zuversichtlich. Auch Dir und deiner Familie alles Gute und ein frohes Weihnachtsfest.
      Und wenn wir in 2017 einmal etwas gemeinsames machen könnten, das würde mich ganz besonder freuen! 🙂 Außerdem habe ich mir den Saucony Kinvara 7 zugelegt und freue mich schon darauf, ihn zum ersten Mal testen zu können!

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  4. Gute Besserung!!!

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  5. Hallo Robert,

    schön, dass soweit erst einmal gut läuft, auch wenn das natürlich noch einen guten Weg bedarf, bis du wieder top fit bist. Aber immerhin bleibst du dran. Mit dem neuen Kinvara hast du ja eine super Motivation. Ich wünsche dir viele schöne Kilometer damit. Viele Grüße und alles Gute! Ich wünsche dir eine ganz wunderbare Weihnachtszeit.

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    • Ganz herzlichen Dank liebe Din! Dir und deiner Familie auch ein wunderschönes Weihnachtsfest und alles Gute für deine weitere Zukunft, sportlich, beruflich und natürlich auch privat.

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