Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

1. Runde im Team-Shirt

Eine Veranstaltung der besonderen Art fand am letzten Wochenende statt. Von Samstag 12:00h bis Sonntag 12:00h wurde der 24h-Lauf der Lebenshilfe zugunsten des Behinderten Werks Main-Kinzig durchgeführt. Hier dabei sein zu können, war für mich eine besondere Freude und Ehre.

Frau Dr. Katja Leikert, Bundestagsabgeordnete der CDU (wir kennen uns schon sehr lange) hatte mich gefragt, ob ich noch in ihrem Team mitlaufen möchte, es fehle noch ein Läufer, 15 müssen es mindestens sein. Die Veranstaltung fand am Herbert-Dröse-Stadion in Hanau Wilhelmsbad statt. Da ließ ich mich nicht zwei Mal bitten und sagte spontan zu.

Für die Zeit von Samstag 12:00h (Startschuss mit Herrn Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau) bis um ca. 18:00h wollte und konnte ich zur Verfügung stehen. Leider hatten wir für den Sonntag eine Einladung zu einer Familienfeier, deshalb war da an eine weitere Teilnahme nicht zu denken.

Wie sich dann aber heraus stellte, wäre ich gar nicht mehr in der Lage gewesen, noch einmal einige Runden zu drehen. Meine Waden beschwerten sich nämlich, dass es genug sei. Trotzdem wäre ich gerne noch einmal vor Ort gewesen, um die letzten Runden mit zu erleben und alle noch einmal anzufeuern.

Am Samstag gingen dann 34 Teams mit jeweils 15 Läufern an den Start. Außerdem gab es Läufer, die eine oder auch zwei Stunden am Stück auf der Bahn waren. Allerdings wurde nur eine Person pro Team und Runde gezählt.

Wir starteten mit fünf Personen, wobei sich herausstellte, dass die Startmannschaft aus lauter jungen Leuten zwischen 17 und 27 Jahren bestand. Ich hob den Altersdurchschnitt damit gewaltig, fühlte mich aber trotzdem sehr wohl, zumal die jungen Leute alle äußerst nett waren.

Das Wetter spielte mit und so drehten wir immer im Wechsel unsere Runden von knapp 400 Metern (keine Stadionrunden). Wir starteten mit jeweils vier, dann einigten wir uns auf jeweils zwei, später wechselten wir nach jeder Runde. Am späteren Nachmittag kamen weitere junge Leute hinzu, so fand dann ein ständiger Wechsel statt.

Natürlich hatten wir zwischendurch auch genügend Zeit, um uns zu stärken. Dann lief der eine oder andere mal eine Runde mehr, was auch kein Problem darstellte, zumal Michaela zusätzlich als Stundenläuferin auf der Bahn war.

Um ca. 18:00h war ich 28 Runden gelaufen und langsam merkte ich auch meine Waden. Jetzt durfte keine längere Pause mehr folgen, denn dann hätte ich nicht mehr laufen können. So lange man läuft geht es. Aber die vielen Unterbrechungen und das neue Starten gehen ziemlich an die Muskulatur. Da ich wenigstens 30 Runden voll machen wollte, ließ ich dann zwei weitere hintereinander folgen und machte dann Schluss. Die ausgeruhten Neuen sollten nun auch zu ihrem Recht kommen.

Nun fasse ich das Ganze einmal zusammen. Unser Team war insgesamt 628 Runden in den 24 Stunden gelaufen und belegte damit einen hervorragenden 8. Platz. Gewonnen hatte das Team „Hola Rennt“ (Gymnasium Hanau) mit 895 Runden. Mein bescheidener Beitrag betrug also 30 Runden, das waren dann für mich insgesamt 11,85 km.

Mit meinen Rundenzeiten war ich allerdings sehr zufrieden. Im Durchschnitt lief ich die Runde in 2:19 Minuten, die schnellste lag bei 1:55 Minuten. Der Durchschnitt des gesamten Teams lag bei 2:17 Minuten. Somit hatte ich mich bei den jungen Frauen und Männern ganz gut geschlagen. Allerdings hatten die mit ihren vielen Runden (Vivienne und Moritz hatten 75, Dominik Hakim 73, Daniel 70, John 67, Isabelle 40, Matthias 38 und Michaela 31 Runden in den Beinen) den Grundstein für den Erfolg gelegt. Nicht vergessen darf man aber auch diejenigen nicht, die mit weniger Runden zu dem guten Ergebnis beigetragen haben. Es zählt schließlich das Gesamtergebnis.

Erwähnen sollte ich noch, dass Daniel seine 70 Runden von 22:00h bis 24:00h zwei Stunden lang durchlief und somit die anderen Nachtläufer ein bisschen mehr Zeit hatten, etwas zu regenerieren. Michaela als Stundenläuferin hatte ebenfalls etwas zur Entlastung der anderen beigetragen.

Den Nachtläufern möchte ich an dieser Stelle meine Hochachtung aussprechen. Denn dazu wäre ich nicht mehr in der Lage.

Der ganze Event hatte mir an dem halben Tag sehr viel Spaß gemacht. Sollte ich nächstes Jahr wieder gebraucht werden, bin ich gerne wieder dabei, um für den „Guten Zweck“  mitzulaufen!

Jetzt möchte ich euch noch mit einigen Impressionen erfreuen. Die Bilder zum Vergrößern einfach anklicken.

nach der ersten Runde läuft nur einer weiter

 

 

 

 

 

die Startnummer muss auch an den Schuhen angebracht werden, sonst wäre keine Zeiterfassung möglich gewesen

 

 

 

 

 

 

 

mit unserer Teamleiterin Katja Leikert

 

 

 

 

 

einmal gemeinsam

 

 

 

 

 

alleine auf meiner Runde

 

 

 

 

 

Staffelwechsel

 

 

 

 

 

gemeinsam, aber nur einer wird gezählt 🙂

 

 

 

 

 

 

 

in der Nacht sind 400 Runden geschafft

 

 

 

 

 

 

 

 

500 Runden in den frühen Morgenstunden!

 

 

 

 

 

unsere Frontfrau Katja!

 

 

 

 

 

 

 

 

auch meine Frau betätigte sich als Fotografin

Kommentare zu: "25.17 Laufen für den „Guten Zweck“" (12)

  1. Es ist doch immer wieder schön, wenn wir mit unserem Hobby auch etwas Gutes tun können!

    Wow, ein wunderbarer achter Platz und was sind denn da bitte für Kilometer zusammengekommen! Sehr beeindruckend und du allein hast schon weit mehr als 11 dazu beigetragen. Herzlichen Glückwunsch an euer Team!

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  2. Erst einmal habe ich mich über den reich bebilderten und ausführlichen Bericht gefreut – da war ich fast ein bisschen dabei. Auf den Fotos siehst Du aus, als würdest noch locker viele weitere Kilometer laufen. Echt fit. Wahnsinn, was da für Kilometer zusammengekommen sind.
    Deine Frau begleitet Dich gerne zu den Läufen, oder? Das stelle ich mir sehr schön vor.

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  3. Gut gemacht lieber Robert

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  4. Die Wadenbeschwerden kommen vom Vorderfußlaufen? Wenn ja, ist da eine Gewöhnung zu erwarten?
    Ich merke an meiner Hüfte, daß an Laufen nicht zu denken ist. Aber alle andere Bewegung kann ich gut und damit bin ich zufrieden. Man kann nicht alles haben.

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    • So, nun will ich mich erst einmal deinem Problem widmen. Als erstes stört mich dein letzter Satz. Er stimmt zwar, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Man kann (fast) alles haben, man muss es aber auch wollen und wenn man es will, auch etwas dafür tun. Sich aufgeben und sagen, das geht sowieso nicht, akzeptiere ich nicht. Vielleicht hast du schon auf meiner Seite gesehen, dass ich dafür kämpfe, meine Ziele zu erreichen.

      Natürlich hat jeder andere Prioritäten. Wenn man ‚wirklich‘ mit dem zufrieden ist was man hat, dann ist es etwas anderes, als wenn ich denke, das oder jenes würde ich ja schon ganz gerne. Und natürlich ist es auch eine Frage des Alters. Dafür kenne ich meine Grenzen auch ganz gut.

      Nun weiß ich nicht, wie schwer deine Hüftprobleme sind und wie alt du bist. Ich hatte auch welche und sie inzwischen gut in den Griff bekommen. Da hat mir ein Osteopath geholfen. Das wäre vielleicht auch mal eine Empfehlung für dich.

      Dann weiß ich nicht ob du überhaupt laufen willst und wie ambitioniert du Sport treiben willst oder was du machst. Aber deine Hüfte sollte dich nicht davon abhalten. Bewegung ist wichtig, wenn auch manchmal nur moderat.

      Hier ein Beispiel: Meiner Schwiegermutter hatte der Orthopäde schon einen Rollator verschrieben, den sie aber überhaupt nicht wollte. So viel Stolz hatte sie noch. Daraufhin hat sie meine Frau zum „Kieser-Training“ angemeldet und quasi mitgeschleift. Nach nur wenigen Stunden ging sie die Treppe schon alleine wieder runter, – ohne Stock! Inzwischen geht sie regelmäßig zu Kieser.

      Ich will dir auf keinen Fall eine Moralpredigt halten, das steht mir nicht zu. Ich versuche nur, „die Senioren“ zu motivieren, eventuell (wieder) Sport zu treiben oder sich einfach nur zu bewegen. Mit meinem Blog will ich auch zeigen, was im Alter noch möglich ist. Ich habe mit 60 erst angefangen wieder Sport zu treiben, davor viele, viele Jahre gar nicht. Leider komme ich nicht auf deinen Blog (weiß nicht warum), aber du scheinst dich ja doch sehr für Sport zu interessieren.

      Nun noch zu meinen Waden :-). Die müssen sich erst einmal an die neue Belastung gewöhnen. Wenn du kannst, laufe einmal schnell nur ca. 50 Meter auf dem Vorfuß (wie ein Sprinter), dann wirst du sofort feststellen, von was ich rede. Beim Sprint geht die Belastung voll auf die Waden.

      Da ich für die langen Strecken erst einmal ein Fersenläufer war, muss ich mich jetzt umstellen und vom Mittel- auf Vorfuß abrollen. Das ist ein Umstellungsprozess, aber das wird schon, da bin ich zuversichtlich. Ich muss mir dafür genügend Zeit lassen und die Strecken nicht zu lange wählen.

      Am Sonntag will ich erstmals einen 5 km Wettkampf laufen (mit neuer Lauftechnik natürlich). Da bin ich mal gespannt, wie es wird.

      Nichts für ungut, lass dich nicht unterkriegen. Beste Grüße Robert

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      • Eine kleine, aber durchaus willkommene „Moralpredigt“.

        Auf meinem Blog ist gelegentlich von meiner Freude an Bewegung die Rede. Diese ist mir unverzichtbar.
        Ich war mal Jogger mit 30, habe aber nach Beschwerden aufgehört. Ich war viel zu ängstlich, um trotzdem fortzufahren.
        Immer wieder mal versucht, aber Entzündungen davon bekommen.

        Eine längere Geschichte.
        Jetzt bin ich 63 und gedenke alles Mögliche an Bewegung auszuschöpfen – ans Joggen traue ich mich kaum mehr ran. Das kann man durchaus feige nennen, wenn man möchte.

        Weshalb ich auf Deinen Blog gelegentlich gehe, ist Dein Fokussiertsein auf den Laufsport.
        Fokussiertsein liegt mir, auch in meinen Dingen.
        Meine Dinge sind neben Bewegung Schach, Musik, Kunst und Lesen.
        Wenn Du mehr darüber erfahren willst, dann gehe auf
        https://kopfundgestalt.com/

        Im übrigen: Dein Wahlspruch: „Mit meinem Blog will ich auch zeigen, was im Alter noch möglich ist.“, gilt ebenso für mich. Ich begann erst kürzlich wieder mit Dingen, die ich ziemlich vernachlässigt hatte.

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      • Ja, werde mir deinen Blog mal anschauen. Ist sicher sehr interessant.

        Mein Fokus liegt zwar in erster Linie auf dem Laufsport. Aber eigentlich bin ich am Sport allgemein interessiert. Deshalb mache ich auch gerne das Sportabzeichen, weil da die Vielfalt gefordert wird, wie z. B. auch Radfahrern, Schwimmen etc.

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      • Ja, Sport ist ein weites Feld.
        Am liebsten schaue ich mir Track & Fileds auf youtube an. War ein Fan von Seb Coe und habe mir damals sein Buch gekauft.

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