Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

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Wie ich ja schon angekündigt hatte, wollte ich am 5-km-Lauf in Rodheim teilnehmen, um meine dort in 2015 aufgestellte Bestzeit über diese Distanz an gleicher Stelle zu unterbieten und vor allem wollte ich erstmals unter der 30-Minuten-Marke bleiben.

Zwar wusste ich, dass es nicht einfach werden würde, aber die Hoffnung und die Zuversicht waren da. Am Donnerstag hatte ich nur ein lockeres Aufwärmtraining gemacht, 26 Minuten im Wohlfühltempo. Davor am Dienstag absolvierte ich vier Tempoläufe über 1.000 m zwischen 5:25 und 5:41 Min.

Dann am Freitag war ich plötzlich mental nicht mehr so gut drauf. Allerdings  hatte das verschiedene andere Gründe. Und es übertrug sich auch auf den Wettkampftag. Da kann man mal sehen, wie der Kopf die Leistung beeinflussen kann. Gedanklich war ich nicht mehr 100%ig bei der Sache, dachte aber, nach dem Start und während des Laufs geht das wieder vorbei.

Es war dann auch so. Nur machte ich dann (vermutlich) wieder mal einen großen Anfängerfehler. Die Strecke war mir zwar noch in Erinnerung, aber die langen Steigungen hatte ich wohl etwas verdrängt. Nach dem Start ging es nämlich erst einmal ca. 600 Meter  nur bergab – und ich gab ordentlich Gas. Meine Anfangspace lag bei ca. 4:40 Min/km.

Aber dann ging es von 148 auf 159 Höhenmeter über einen Kilometer nur bergauf. Das kostete unendlich viel Kraft. Das anschließende leichte Gefälle brachte nicht wirklich Erholung und anschließend ging es wieder 500 Meter nur bergauf. Zwischen Kilometer 3 und 4 versuchte ich meinen Atem unter Kontrolle zu bringen und die Pace ging kontinuierlich nach oben.

Die letzten 450 Meter bis zum Übergang in den Sportplatz zogen sich unendlich dahin, denn auch die waren wieder nur ansteigend. Nun noch 200 Meter bis zum Ziel, eine halbe Sportplatzrunde. Ich hatte mir vorgenommen, hier noch einmal alles aus mir heraus zu holen, was möglich ist. Ich schaffte es, die Pace noch einmal auf 5:40 Min/km runter zu schrauben. Gefühlt waren es aber deutlich mehr.

Als ich um die letzte Kurve bog, konnte ich die Uhr zunächst nicht erkennen, da sie durch die Sonne nicht gut zu erkennen war. Dann aber sah ich die Anzeige und sie zeigte eine Zeit von  30:06 Minuten und sie lief unerbittlich weiter. Mein erstes Ziel, unter den 30 Minuten zu bleiben war damit schon dahin. Ich gebe es zu, in dem Moment war ich schon etwas enttäuscht. Es war doch soooo knapp!

Dass aber noch eine neue Bestzeit machbar sein würde, daran dachte ich in diesem Moment gar nicht. Ich lief einfach so schnell ich konnte weiter. Erst einige Zeit später realisierte ich, dass ich mit den 30:22 Minuten eine hervorragende Pace von 6:04 Min/km gelaufen war. Die vorherige Enttäuschung schlug dann doch so langsam in ein Glücksgefühl um.

Nun werde ich erst einmal eine richtige Regenerationswoche einlegen. Die Vernunft siegt auch so langsam. An dem ursprünglich geplanten Sportscheck-Lauf in Frankfurt übernächste Woche werde ich nicht teilnehmen, sondern mich gründlich auf den Staffelmarathon Ende Oktober in Frankfurt konzentrieren.

Heute genieße ich noch mehr, dass es gestern doch so gut gelaufen ist, dass die Gelenke gehalten haben und die Waden sich immer besser an die Belastung gewöhnen. Dafür bin ich sehr dankbar. Drückt mir die Daumen, dass es so bleibt.

Habt ihr nicht auch Lust bekommen, euch einmal auf die Laufstrecke zu begeben? Ich kann es nur jedem empfehlen. Manchmal frage ich mich zwar während eines Laufes, wenn wie gestern der Tank richtig leer wird, warum tue ich mir das eigentlich an? Aber hinterher weiß ich es dann wieder, es gibt einem so viel und die Glücksmomente sind mit Geld nicht zu bezahlen.

Bleibt alle gesund und vielleicht habe ich ja den einen oder die andere dazu animieren können, sportlich zu werden. Bis bald mal wieder auf diesem Kanal. 🙂

Mit dabei war auch Werner, der Vater unseres Schwiegersohnes.

vor dem Start

als Letzte vor dem Besenwagen wollten wir nicht laufen

 

 

 

 

 

 

bergab lief es gut

bergauf schon wesentlich schwerer

 

 

 

 

 

Beweisfoto

Kommentare zu: "34.17 Rodheimer Volkslauf – Teilerfolg!" (20)

  1. Ach wie knapp ging das denn aus. Dennoch super gekämpft und eine wirklich hervorragende Zeit, die du erlaufen bist. Schön, dass die anfängliche Enttäuschung noch umgeschlagen ist. Die 30min sind gar nicht mehr fern und auf einer weniger profilierten Strecke und in guter mentaler Verfassung wird dir das sicher auch leicht fallen. Ich bin schon gespannt, wann es soweit ist. Bis dahin drücke ich dir die Daumen, dass sich dein Körper weiter so gut an die Belastung gewöhnt und du gesund bleibst.

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  2. Gut gemacht lieber Robert und wie ich finde auch wieder die richtige Entscheidung getroffen.
    Liebe Grüße

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  3. Glückwunsch!
    Die 30 sind nur eine Frage der Zeit. Wahrscheinlich kommt es irgendwann, wenn Du es gar nicht erwartest. 😏

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  4. Sehr spannend (u.a. das mit dem Kopf) geschrieben. Das müsste sogar Nichtsportlern gefallen.
    🙂

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  5. Trotzdem voll toll! 💐

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  6. Nachträglich Gratulation.

    Tja Robert, das was du hier vom Besten gibt’s, das kennt, das macht wohl jeder mit, der sich mit diesem Sport erfreut. Und die Frage „warum tue ich mir das an“, ist ganz einfach zu beantworten – „weil es Spaß macht. 🙂 Auch wenn es zu diesen Zeitpunkt gerade nicht so ist. 😉

    Bravo Robert.

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