Erfahrungen eines Senioren, der noch einmal Sport treiben will.

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Ja, es heißt schon wieder einmal „eigentlich“. Eigentlich wollte ich mit meinem Blog andere dazu animieren Sport, oder wieder Sport zu treiben. Mit gutem Beispiel voran gehen und anderen Mut machen und sagen, Sport ist gesund. Ist das wirklich so?

Wie komme ich aus der Nummer wieder raus? Ich weiß es zwar, aber es fällt mir derzeit unendlich schwer, selbst daran zu glauben – Sport ist gesund? Das Auf und Ab in diesem Jahr lässt mich sehr zweifeln. Denn es gab immer wieder Rückschläge.

Ok, gegen eine Erkältung ist man (meistens) machtlos. Man kann zwar vorbeugen, aber das hilft auch nicht immer. Arthrose in den Gelenken, wie bei mir in den Knien, kann man tatsächlich mit Bewegung gut in den Griff bekommen. Und ja, damit lief es nach einiger Zeit ganz gut.

Nach einem überstandenen, sehr turbulenten 1. Halbjahr lief es dann wider Erwarten schon ab Mai/Juni wieder sehr gut. Die ersten vier Monate des zweiten Halbjahres wurden mit dem Höhepunkt am 29.10.17, dem Staffelmarathon in Frankfurt, sehr erfolgreich abgeschlossen.

Bis dahin gab es keinerlei Probleme; sowohl Knie und Hüfte hielten, die Waden hatten sich an die Belastung des Mittel- und Vorfußlaufens gewöhnt und auch sonst war gesundheitlich alles im Lot. Mit anderen Worten, die Zukunft sah sehr vielversprechend aus.

Die langen Distanzen machten mir nichts mehr aus, sie machten mir sogar richtig Spaß. Was sprach also dagegen, mich an eine neue Herausforderung zu wagen. Also schaute ich mir an, wann und wo im April/Mai in 2018 ein Halbmarathon gelaufen wird. Bis dahin ist ja ausreichend Zeit, hierfür zu trainieren.

War das wieder einmal ein Fehler? Im letzten Jahr hatte ich mir auch große Ziele gesteckt und dann bis auf den Staffelmarathon alles andere aufgeben müssen.

In der Woche nach dem Staffelmarathon in Frankfurt ereilte mich eine Erkältung, die mich lange gefangen hielt. Fast drei Wochen kämpfte ich damit. Doch ich sagte mir, lass dir Zeit, du hast dir eine Auszeit verdient und kannst dich in Ruhe auskurieren. Danach geht es umso besser wieder weiter.

Nach diesen drei Wochen begann ich mit einem lockeren Aufbautraining mit Lauf-ABC,  Stabis und Treppentraining. Es folgte der erste längere Trainingslauf über knapp 10 Kilometer. Und da fing es an.

Meine linke Wade beschwerte sich ganz gewaltig. Sie wurde knallhart und tat richtig weh. An Laufen war also in den nächsten Tagen wieder einmal nicht zu denken. Was folgte, waren wieder Stabis, Fahren auf dem Hometrainer und Massagen, sowohl mit einer Sportsalbe als auch mit der Faszienrolle. Die Schmerzen gingen weg, die Wade beruhigte sich wieder.

Nach weiteren zwei Wochen Laufpause wagte ich mich am Freitag letzter Woche an den nächsten lockeren DL1. Bereits nach etwas mehr als zwei Kilometern spürte ich schon wieder das Ziehen in der linken Wade. Bis dahin war alles ok. Nach einer kurzen Pause, die Wade etwas massieren, lief ich weiter. Es wurde aber nicht besser. Nach mehreren Gehpausen war ich wieder zu Hause.

Heute sind die Schmerzen zwar weniger, aber immer noch da. Wie geht es weiter? Ist nun mein geplanter Silvesterlauf auch gefährdet? Wenn das nicht dauerhaft besser wird, auf jeden Fall. Zurzeit bin ich etwas ratlos; das muss ich leider zugeben.

Also werde ich erst einmal einen Physiotherapeuten aufsuchen, der sich meine Wade einmal genauer ansehen muss. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres oder dauerhaftes. Gebe ich dann das Laufen auf? Was ist die Alternative? Ich habe doch erst richtig Spaß daran gefunden! Ein Leben ohne Sport??? Kann ich mir einfach nicht vorstellen.

Im Moment lebe ich zwischen Hoffen und Bangen. Ein kleines bisschen Hoffnung ist im Moment immer noch vorhanden. Und ich denke an die Sportler, die auch Rückschläge und Verletzungen verkraften mussten und wieder zurück gekommen sind.

Kommentare zu: "39.17 „Eigentlich“ – schon wieder mal!" (15)

  1. Wanda Breitenbach schrieb:

    Weihnachtzeit – Zeit der Hoffnung….lass uns einfach froh und munter sein, den einen oder anderen Glühwein trinken und bald ist ein neues Jahr und das wird bestimmt stabiler…auch läuferisch….ich sehe das in meiner Glaskugel ganz klar…nach einem Glühwein…:-))

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  2. Ach Mensch.
    Ich wünsche gute Besserung

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  3. Was von meiner Warte jetzt?
    Ich bin nach einem Frühabendschlaf nicht besonders fit beim Formulieren, aber dennoch:

    Du weißt, ich habe einen erweiterten Sportbegriff – für mich ist Sport schon allein spielerische Bewegung, Freude an Wandern, am Herumalbern. So gesehen treibe ich täglich Sport und das seit zwei Jahren wieder!
    Ich habe dabei allerdings wohlweislich von einigen Dingen Abstand gehalten, bei denen ich Probleme zu erwarten hätte, eben das Laufen. Ich habe ja, für die anderen Mitleser, mit 30 aufgehört zu joggen, weil ich Gelenkschmerzen bekam. Sehr viele Versuche damals, wieder zum Laufen zurückkommen zu können. Erst so mit 40 begrub ich das Ganze.

    Ich wünsche Dir Hartnäckigkeit bei der Verfolgung deines sportlichen Ziels – und wenn es sich (definitiv) herausstellen sollte, daß Laufen nicht mehr geht, würde ich mir anderes suchen, was die Knochen besser aushalten und dem Bewegungstrieb trotzdem gut Nahrung gibt.
    All die anderen Konsequenzen, das direkte Herausffallen aus den Läufergruppen und die sozialen Kontakte, liesen sich auf die eine oder andere Weise weiterleben.

    Du schreibst nicht von einer Depression! Deine Zeilen klingen überhaupt nicht danach. Insofern scheinst Du die Schwierigkeiten jetzt seelisch gut zu verkraften. Mein Gedanke an dieser Stelle ist: Nichts sollte so wichtig sein, daß man deswegen eine Depression bekäme.
    Das ist leichter gesagt als verwirklicht. So wie ich beschaffen war und bin, bin ich damals mit 30 richtig abgesackt.
    Bewahre Dir also Lebensfreude und Zuversicht! Alles andere kommt dann umso leichter zu Dir!

    Gruß
    Gerhard

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    • Hallo Gerhard, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Aber eines kann ich dir versichern, depressiv bin ich definitiv nicht. Dazu neige ich auch nicht. Es gibt viel zu viel schöne Dinge in meinem Leben an denen ich mich jederzeit aufrichten kann. Und ich bin ein positiver Mensch, deshalb glaube ich ganz fest daran, dass es mit dem Laufen weiter geht.

      Im Moment habe ich selbst den Verdacht, dass es sich um einen Muskelfaserriss handeln könnte. Deshalb brauche ich eine entsprechende Untersuchung, damit ich Gewissheit bekomme. Damit kann ich besser umgehen.

      Viele Grüße und einen schönen 1. Advent.
      Robert

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  4. Magnesiummangel?!
    Generell zu wenig getrunken?

    Meine Partnerin hat öfters mal Krämpfe in der Wadenmuskulatur und die ist danach sehr lange hart.
    Magnesiummangel kann sich irgendwann recht rasch zeigen.
    Nur das als Anregung.

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  5. VM schrieb:

    Hallo Robert, der Körper ist dickköpfig und wir müssen behutsam mit ihm umgehen. Leider will der Kopf immer mehr, als der Körper bereithast zu geben. Je langsamer man ihn an Leistung gewöhnt, desto eher geht er mit. Doch er versucht immer wieder dich auf die Couch zu zwingen. Lass dich nicht unterkriegen, bleib dran, aber gib Deinem Körper die Zeit und Belastung die er braucht. Du bist ein tolles Laufvorbild, es wäre sehr schade,wenn Du dieses Hobby aufgibst. Kopf hoch, das wird schon wieder.

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    • Vielen Dank Volker. Ich fände es nur sehr schade, wieder mal am Silvesterlauf nicht teilnehmen zu können. Auch hatte ich mich auf ein paar schöne Winter- bzw. Schneeläufe gefreut. Aber wenn dem so sein sollte, muss ich damit leben. Und nein, Aufgeben ist keine Option.
      Dir und Gabi einen schönen 1. Advent!
      LG Robert

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  6. Christian schrieb:

    Das lese ich sehr ungern, macht wenig Spaß. Aber als Sportler weiß ich auch, dass das schon mal passieren kann. Gefällt mir konnte ich keines vergeben, du verstehst das sicher.
    Zu deinen immer wieder kehrenden Problemen fällt mir natürlich einiges ein, aber das in diesem Rahmen raus zu posaunen wäre sicher nicht ideal.

    Auf alle Fälle wünsche ich dir baldige Genesung und laß dich nicht unterkriegen, es kommen wieder bessere Zeiten.

    SG aus Tirol
    Christian

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    • Vielen Dank Christian. Wie ich gerade an Gerhard geantwortet habe, vermute ich, dass es sich um einen Muskelfaserriss handeln könnte. Das muss ich jetzt mal untersuchen lassen.

      Auch dir einen schönen 1. Advent und beste Grüße aus dem heute verschneiten Bruchköbel. Hier schneit es jetzt schon den ganzen Morgen und es sieht herrlich aus.
      Robert

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    • Hi Christian, du kannst mir deine Vermutungen ja mal per Mail schreiben!

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